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WSOP Europe 2026: Rekordjahr in Prag – die größte Main Event in der Geschichte des Turniers

Mit dem Umzug nach Prag und einer halbierten Buy-in-Struktur hat die World Series of Poker Europe 2026 alle bisherigen Rekorde pulverisiert. Zum ersten Mal in der knapp zwei Jahrzehnte langen Geschichte des Turniers überschritt der Preispool die Marke von 15 Millionen Dollar – ein Sprung, der die bisherige Bestmarke um mehr als 84 Prozent übertrifft.

Ein Standortwechsel mit großer Wirkung

Seit 2017 war das Hilton Hotel Prague das Zuhause der WSOPE gewesen – nein, korrekter: Seit 2017 war es Rozvadov. Das kleine Städtchen an der tschechisch-deutschen Grenze und sein King’s Resort beherbergten das Turnier bis 2025 ohne Unterbrechung, abgesehen vom pandemiebedingte Ausfall 2020. Für 2026 entschieden die Veranstalter sich für zwei einschneidende Änderungen: das Hilton Hotel Prague als neues Venue und eine Senkung des Buy-ins von 10.000 auf 5.000 Euro – das erste Mal in der Geschichte des Turniers, dass der Einsatz nach unten angepasst wurde.

Das Ergebnis war eindeutig. 2.617 Entries kamen zusammen, mehr als dreimal so viele wie beim bisherigen Rekord aus dem Jahr 2023, als Max Neugebauer 817 Teilnehmer besiegte und knapp 1,6 Millionen Dollar gewann. Der Gesamtpreispool von 15.311.740 Dollar übertrifft den 2023er-Wert von 8.300.148 Dollar deutlich. Den Sieg sicherte sich Marius Kudzmanas – sein drittes goldenes Bracelet und ein Gewinn von 2,3 Millionen Dollar.

Fast zwei Jahrzehnte Geschichte in Zahlen

Das Turnier debütierte 2007 im Casino at the Empire in London. Annette Obrestad gewann die Auftaktausgabe für zwei Millionen Dollar – mit 18 Jahren, ein Rekord, der bis heute als jüngster Bracelet-Gewinner der WSOP-Geschichte Bestand hat. London blieb vier Jahre lang Austragungsort, bevor das Turnier Anfang der 2010er-Jahre kurze Gastspiele in anderen Städten gab und in den Jahren 2014 und 2016 ganz pausierte, während es sich mit der mittlerweile eingestellten WSOP Asia Pacific Serie abwechselte.

Zu den bemerkenswertesten Namen in der Siegerliste zählen Phil Hellmuth, der 2012 in Cannes seinen 13. Bracelet-Titel holte, sowie John Juanda, der die zweite Auflage 2008 in London gewann – beide Mitglieder der Poker Hall of Fame. Adrian Mateos triumphierte 2013 in Paris im Alter von 19 Jahren, Barry Shulman besiegte 2009 in London Daniel Negreanu im Heads-Up und sicherte sich damit seinen zweiten Bracelet-Titel.

Prag als neuer Fixpunkt?

Sechs der zehn größten WSOPE Main Events nach Preispool fanden in Rozvadov statt, was die Bedeutung des King’s Resort für das Turnier unterstreicht. Dennoch zeigen die Zahlen aus Prag, dass eine niedrigere Einstiegshürde und ein neuer Standort in einer europäischen Hauptstadt das Teilnehmerfeld massiv verbreitern können. Ob 2026 ein einmaliger Ausreißer war oder den Beginn einer neuen Ära markiert, wird die nächste Ausgabe zeigen.

JS
Redakteur

Jan Stevens ist Chefredakteur von Poker24.net und berichtet seit vielen Jahren über Live-Poker, Online-Poker, Turnierserien und Glücksspielregulierung. Sein Fokus liegt auf fundierter Einordnung, redaktioneller Transparenz und praxisnaher Analyse. Für Poker24.net verbindet er Branchenwissen, journalistische Erfahrung und klare Meinung zu aktuellen Entwicklungen der Pokerszene.