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Samuel Ju verpasst das Podium knapp

Aus deutscher Sicht rückte am Finaltisch vor allem Samuel Ju in den Mittelpunkt. Der deutsche Spieler erreichte Platz vier und sicherte sich ein Preisgeld von 283.550 Euro. Für Ju war es ein starker Auftritt auf einer der größten europäischen Pokerbühnen, auch wenn der Sprung auf das Podium am Ende knapp ausblieb.

Sein Turnier endete durch Bernhard Binder, der sich mit diesem Knockout selbst in die Top drei brachte. Für den deutschsprachigen Pokerraum blieb der Finaltisch damit dennoch ein voller Erfolg. Binder aus Österreich spielte sich anschließend sogar bis ins Heads-up und wurde für seinen zweiten Platz mit 515.000 Euro belohnt.

Damit hatte der Finaltag auch aus DACH-Perspektive einiges zu bieten. Der Titel ging zwar nicht nach Deutschland oder Österreich, doch Ju und Binder sorgten dafür, dass der deutschsprachige Pokerraum in der entscheidenden Phase eines der wichtigsten europäischen Main Events stark vertreten war.

Stoica übernimmt in der Schlussphase die Kontrolle

Nach dem Ausscheiden von Samuel Ju entwickelte sich der Finaltisch immer deutlicher zu Roman Stoicas Bühne. Der spätere Champion gewann weiter an Momentum, sammelte Pot um Pot ein und baute seinen Vorsprung konsequent aus. David Djian aus Frankreich musste sich auf Platz drei verabschieden, nachdem Stoica mit einem Flush gegen Two Pair die nächste wichtige Hand für sich entschied.

Mit diesem Knockout ging Stoica mit einem klaren Drei-zu-eins-Chiplead ins Heads-up gegen Bernhard Binder. Der Österreicher hatte bis dahin ein starkes Turnier gespielt, doch im direkten Duell fand er kaum noch Raum, um den Druck des Chipleaders zu brechen.

Die Entscheidung fiel nur wenige Hände später. Stoica traf Trips auf dem Flop und setzte Binder mit drei Barrels maximal unter Druck. Am River stand Binder mit Two Pair vor der Entscheidung um sein Turnierleben. Er fand den Call, doch Stoica zeigte die bessere Hand und machte damit den Titelgewinn perfekt.

Nur rund vier Stunden nach Beginn des Finaltags war das Turnier entschieden. Aus einer soliden Ausgangsposition heraus hatte Stoica einen der dominantesten Finaltisch-Auftritte der jüngeren EPT-Geschichte hingelegt.

Meine Meinung: Stoica war kein Zufallssieger

Aus Sicht von Poker24 war Roman Stoicas Triumph kein glücklicher Ausreißer, sondern die logische Fortsetzung einer beeindruckenden Entwicklung. Wer bei mehreren EPT Main Events tief läuft und anschließend in Monte Carlo den Titel holt, hat mehr gezeigt als nur gutes Timing. Stoica hat bewiesen, dass er große Felder, lange Turniertage und maximalen Finaltischdruck beherrscht.

Besonders stark war seine Anpassung in der entscheidenden Phase. Stoica wartete nicht passiv auf Premium-Hände, sondern erkannte genau, wann er Druck aufbauen musste. Nach dem gewonnenen Flip gegen Longmao Fan und dem Knockout gegen Jose Malpelli spielte er mit der Ruhe und Konsequenz eines Champions.

Genau darin liegt der Unterschied zwischen einem Spieler, der einen guten Lauf erwischt, und einem Spieler, der ein Turnier wirklich kontrolliert. Stoica bekam wichtige Karten zur richtigen Zeit, aber er nutzte jede dieser Situationen maximal aus. Im modernen Turnierpoker ist das oft der entscheidende Faktor.

Warum dieser Sieg Stoicas Karriere verändern kann

Das Preisgeld von 825.000 Euro ist der größte finanzielle Erfolg in Stoicas bisheriger Karriere. Doch der Wert dieses Sieges geht weit über die Summe hinaus. Ein EPT-Main-Event-Titel verändert die Wahrnehmung eines Spielers nachhaltig.

Stoica wird künftig nicht mehr nur als gefährlicher EPT-Regular oder starker Grinder gesehen. Mit dem Sieg in Monte Carlo hat er sich als Champion auf höchster europäischer Bühne etabliert. Das kann Einfluss auf Sponsoring, Einladungen, Medienpräsenz und nicht zuletzt auf sein eigenes Selbstvertrauen haben.

Wer ein EPT Main Event gewinnt, weiß, dass er eines der härtesten Felder im internationalen Turnierpoker schlagen kann. Genau diese Gewissheit kann für kommende Serien ein enormer Vorteil sein. Stoica hat nun bewiesen, dass seine tiefen Runs in Malta und Prag keine Zufälle waren. Monte Carlo war der endgültige Durchbruch.

Stoicas Sieg mit klarer Handschrift

Roman Stoica hat das EPT Monte Carlo 2026 Main Event nicht nur gewonnen, sondern in der entscheidenden Phase dominiert. Vom soliden Mittelfeldstack am Finaltag bis zum souveränen Champion zeigte er einen Auftritt, der Geduld, Timing und kontrollierte Aggression ideal miteinander verband.

Poker24 meint: Dieser Sieg macht Stoica zu einem Namen, den man bei kommenden EPT-Stopps noch genauer beobachten muss. Monte Carlo war möglicherweise nicht der Abschluss einer starken Serie, sondern der Beginn einer neuen Rolle im europäischen Turnierpoker.

JS
Redakteur

Jan Stevens ist Chefredakteur von Poker24.net und berichtet seit vielen Jahren über Live-Poker, Online-Poker, Turnierserien und Glücksspielregulierung. Sein Fokus liegt auf fundierter Einordnung, redaktioneller Transparenz und praxisnaher Analyse. Für Poker24.net verbindet er Branchenwissen, journalistische Erfahrung und klare Meinung zu aktuellen Entwicklungen der Pokerszene.