Kompaktes, aber spannendes Turnierpoker im Fürstentum: Beim CHF 115 + 15 NLH 5k im Grand Casino Liechtenstein einigten sich die letzten acht Spieler auf einen Deal. Pepino aus der Schweiz sicherte sich am Ende Rang eins, doch bemerkenswert war vor allem, wie stark der Deal die ursprünglichen Preisgelder veränderte. Wir werten das Ergebnis und die entscheidenden Faktoren aus.
Das Wichtigste in Kürze
- Das CHF 115 + 15 NLH 5k vom 24. Juli endete mit einem Deal zu acht.
- 72 Entries (51 + 21 Re-Entries) ließen den Preispool auf CHF 8.280 anwachsen.
- Pepino (Schweiz) sicherte sich nach dem Deal Rang eins mit CHF 1.245.
- Das Feld war durchmischt: Spieler aus der Schweiz, Österreich, Deutschland und Italien unter den Top 8.
Struktur und Verlauf
Gestartet wurde mit 30.000 Chips bei 25-Minuten-Leveln. Die Top 9 erreichten die Geldränge; für den regulären Sieg waren CHF 2.420 vorgesehen. Schon an der Bubble gab es eine erste Einigung: Noah erhielt CHF 150 als Ausgleich, obwohl er offiziell ausschied. Nach dem Aus von Dario V. V. Lardi auf Rang neun (CHF 240) handelten die verbliebenen acht Spieler die Auszahlungen neu aus — was die ursprünglich festgelegten Preisgelder deutlich veränderte.
Endergebnis nach Deal
| Platz | Spieler | Land | Auszahlung |
|---|---|---|---|
| 1 | Pepino | Schweiz | CHF 1.245 |
| 2 | Mustafa Ibraimovski | Österreich | CHF 1.205 |
| 3 | Paul Schmid | Österreich | CHF 1.105 |
| 4 | Maximilian Ratt | Österreich | CHF 990 |
| 5 | Andreas Holenstein | Schweiz | CHF 930 |
| 6 | Sieglinde Peter | Österreich | CHF 850 |
| 7 | SDS | Deutschland | CHF 785 |
| 8 | Thomas Fracassi | Italien | CHF 780 |
Bemerkenswert: Thomas Fracassi startete als Shortstack in die finale Phase und nahm dennoch CHF 780 mit — bei einem Deal profitieren gerade kurze Stacks oft überproportional.
So geht das Pokerwochenende weiter
- Saturday Night: am Folgetag das CHF 130 + 20 mit CHF 7.000 Garantie, 40.000 Startchips, 25-Minuten-Level.
- Cash Games: verfügbar ab CHF 1/3 NLH sowie CHF 2/2 PLO.
Einordnung & Analyse: Warum sich der Deal lohnte
Ein Deal zu acht ist bei einem Turnier dieser Größe eine nachvollziehbare Entscheidung — und ein gutes Lehrstück. Erstens zeigt der Blick auf die Zahlen, warum sich die Spieler einigten: Die reguläre Struktur sah CHF 2.420 für Platz eins vor, nach dem Deal erhielt der Sieger nur noch CHF 1.245. Im Gegenzug stiegen die unteren Auszahlungen deutlich — Platz acht kassierte mit CHF 780 fast so viel wie Platz eins. Bei relativ flachen Stackverhältnissen und hoher Varianz im Short-Handed-Spiel ist ein solcher Ausgleich für die meisten Beteiligten die risikoärmere Wahl. Zweitens illustriert der Ausgleich für Noah an der Bubble (CHF 150 trotz Ausscheidens) die in der DACH-Szene verbreitete Fairness-Kultur: Auch der Bubble-Boy geht bei solchen Absprachen nicht immer ganz leer aus.
Für das Grand Casino Liechtenstein unterstreicht das Event seine Rolle als fester Anlaufpunkt im Vierländereck: Mit Spielern aus der Schweiz, Österreich, Deutschland und Italien war das Feld typisch international für die Region. Wer solche Turniere spielt, sollte die Deal-Mechanik verstehen — denn ob und wie man einer Einigung zustimmt, kann den effektiven Gewinn stärker beeinflussen als so manche Hand. Das Pokerwochenende geht mit dem Saturday Night direkt weiter.
Glücksspiel kann süchtig machen. Teilnahme ab 18 Jahren. Spiele verantwortungsbewusst.

