Volle Tische, geknackte Garantien, Deals am Finaltisch: Die Side Events der Euro Poker Million im King’s Resort Rozvadov zeigten am 23. Juli, wie stark das Festival auch abseits des Main Events frequentiert wird. Zwei Turbo-Turniere übertrafen ihre Garantiesummen deutlich — und in beiden Fällen entschied eine Einigung über die finalen Auszahlungen. Der Deutsche „CallingStation” holte sich das Morning Bounty. Wir fassen beide Events zusammen.
Das Wichtigste in Kürze
- Morning Bounty (€100 + 30): Sieg für den Deutschen „CallingStation”, Preispool €26.754 bei 245 Entries.
- Night Turbo (€130): Sieg für Alessio Liscia (Italien), Preispool €29.265 bei 268 Entries.
- Beide Turniere übertrafen ihre €10.000-Garantie deutlich — teils fast um das Dreifache.
- In beiden Events entschied ein Deal am Finaltisch über die Auszahlungen.
€100 + 30 Morning Bounty
Gestartet wurde mit 15.000 Chips bei 15-Minuten-Leveln. 173 Starter und 72 Re-Entries ergaben 245 Entries — fast das Dreifache der Garantie. Nach Abzug der 16 % Gebühr blieben €26.754 zur Verteilung, davon €7.350 im Bounty-Topf. Die besten 37 Spieler kamen ins Geld.
| Rang | Spieler | Land | Auszahlung (Deal) | Bounties |
|---|---|---|---|---|
| 1 | CallingStation | Deutschland | €3.938 | €240 |
| 2 | Sharon Mashal | Israel | €3.338 | €360 |
| 3 | Mihai Cristian Tabac | Rumänien | €1.951 | €240 |
| 4 | Frank Thomas Stumpf | Deutschland | €1.355 | €120 |
| 5 | Mario Vuletic | Kroatien | €968 | €210 |
Der Deal veränderte die Struktur spürbar: Statt der regulär vorgesehenen €4.388 erhielt „CallingStation” €3.938 plus erspielte Bounties, während Sharon Mashal als Zweite von der Anpassung profitierte und mehr als die regulären €2.888 mitnahm. Ein schönes Beispiel für die Bounty-Dynamik lieferte Dino Budisa, der sein Preisgeld um €420 an Kopfgeldern aufstockte — im Bounty-Format zahlt sich aktives Spiel unmittelbar aus.
€130 Night Turbo
Am Abend folgte ein klassisches Turbo ohne Bounty-Komponente — ebenfalls mit 15.000 Startchips und 15-Minuten-Leveln. 203 Starter und 65 Re-Entries ließen den Preispool auf €29.265 anwachsen, verteilt auf 40 bezahlte Plätze. Auch hier einigten sich die letzten drei Spieler auf eine neue Verteilung.
| Rang | Spieler | Land | Auszahlung (Deal) |
|---|---|---|---|
| 1 | Alessio Liscia | Italien | €4.838 |
| 2 | Marco Rivereno | — | €4.706 |
| 3 | Riccardo Allegrini | — | €2.038 |
Alessio Liscia sicherte sich offiziell den Sieg. Durch die Einigung reduzierte sich zwar seine ursprünglich angesetzte Siegprämie von €6.435, während die Mitfinalisten höhere garantierte Beträge erhielten — ein typischer Kompromiss bei eng beieinanderliegenden Stacks.
Internationales Feld und Turbo-Dynamik
- Breite Nationen-Vielfalt: Geldränge gingen unter anderem an Spieler aus Deutschland, Rumänien, Italien, Spanien, Kroatien, Israel, den Niederlanden, Schweden, Bulgarien und Frankreich.
- Schneller Druck: Durch die 15-Minuten-Level fallen Entscheidungen früher als in Deepstack-Events — Aggression wird belohnt, aber auch bestraft.
- Re-Entry-Effekt: Die hohe Zahl an Nachkäufen zeigt die aggressive Grundausrichtung — und trieb beide Preispools weit über die Garantie.
Einordnung & Analyse: Deals als Normalfall
Dass beide Turniere per Einigung endeten, ist kein Zufall, sondern typisch für schnelle Formate. Erstens liegen bei Turbo-Strukturen die Stackgrößen am Finaltisch oft eng beieinander, und die kurze Leveldauer macht das Endspiel zur Varianz-Lotterie — genau dann ist ein Deal für die meisten Beteiligten die rationale Wahl: fester Betrag, weniger Risiko, Verzicht auf einen Teil der offiziellen Siegprämie. Zweitens zeigt das Morning Bounty schön, wie das Kopfgeld-Format die Rechnung verändert: Die erspielten Bounties kommen zum Deal-Betrag hinzu, sodass aktives, knockout-orientiertes Spiel den Endgewinn direkt erhöht — ein Anreiz, der die Turbo-Aggression zusätzlich befeuert.
Aus DACH-Sicht ist der Sieg von „CallingStation” beim Morning Bounty ein schöner Erfolg, ergänzt durch Frank Thomas Stumpf auf Rang vier — gleich zwei deutsche Spieler in den Top 5. Für die Euro Poker Million in Rozvadov unterstreichen die beiden gut gefüllten Side Events einmal mehr, warum das King’s Resort für deutschsprachige Spieler ein so beliebter Anlaufpunkt ist: kurze Anreise, hohe Frequenz, internationale Felder. Wer das Festival besucht, findet neben dem Main Event reichlich Value in den Nebenbewerben.
Glücksspiel kann süchtig machen. Teilnahme ab 18 Jahren. Spiele verantwortungsbewusst.

