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Cherish Andrews dreht Downswing um: Sieg bei Event #3 des U.S. Poker Open 2026

Cherish Andrews wollte eigentlich gar nicht mehr spielen. Mitten in einem langen Downswing hatte sie ihren Freunden am Wochenende noch angekündigt, nicht mehr zum abschließenden 5.000-Dollar-Event des 2026 U.S. Poker Open in Las Vegas zu erscheinen – halb im Ernst, halb als Witz. Sie kam trotzdem. Und gewann.

115 Teilnehmer, ein Titel und das Preisgeld

Event #3: $5,000 No-Limit Hold’em zog 115 Teilnehmer an und generierte einen Preispool von 575.000 Dollar. Andrews sicherte sich nach einem Heads-Up-Deal mit Adam Hendrix den Sieg und damit 117.407 Dollar sowie ihren zweiten PokerGO-Tour-Titel. Hendrix erhielt 115.468 Dollar, Yifu He belegte den dritten Platz für 63.250 Dollar. Dahinter folgten Day-1-Chipleader Sam Laskowitz auf Rang vier, Poker-Vlogger Ethan „Rampage” Yau auf Rang fünf und Michael Berk auf Rang sechs.

Fast nicht dabei gewesen

Andrews ist zweifache GPI Female Player of the Year und eine der erfahrensten Turnierspielerinnen im amerikanischen Pokerkreis. Umso bemerkenswerter war ihre Aussage nach dem Sieg gegenüber PokerNews: „Ich war auf einem richtig schlimmen Downswing, wo ich meinen Freunden übers Wochenende gesagt habe, dass ich nicht mehr zum letzten 5k komme. Ich sagte: Ich bin im Ruhestand, ich komme nicht zurück.”

Sie kam doch. Und das Timing war bemerkenswert: Ihr Freund Brock Wilson hatte bereits drei Tage zuvor Event #1 des selben Turniers gewonnen und ihr im Anschluss prophezeit, sie bald selbst im Siegerkreis zu sehen. Es dauerte 72 Stunden.

Ein Finalday mit dramatischen Händen

Am Finaltag fiel als erstes Michael Berk, der Day 1 noch ein Ass-König hielt und damit trotzdem gegen Andrews’ Ass-Dame verlor. Kurz darauf schied Rampage Yau aus, als seine Pocket Threes gegen Andrews’ Pocket Tens keine Chance hatten – zuvor hatte Yifu He sich mit Sechs-Fünf gegen Yaus Pocket Jacks per Wunder verdoppelt. Sam Laskowitz verlor einen Flip gegen Hendrix, bevor He in dritter Position ausschied.

Im Heads-Up hatten sich Andrews und Hendrix auf einen ICM-Deal geeinigt, der rund 9.000 Dollar sowie die Trophäe offen ließ. Hendrix – der im WSOP Main Event 2025 den sechsten Platz für 1,9 Millionen Dollar belegt hatte – fand im Duell gegen Andrews keinen Rhythmus, verlor die Chiplead und schied schließlich mit Pocket Eights gegen Pocket Nines aus.

Andrews selbst sprach von einem heißen Kartenlauf im Heads-Up, betonte aber auch eine entscheidende Moment bereits am Ende von Day 1: Auf dem Stone Bubble faltete sie eine starke Hand, nachdem sie He korrekt einen geflopten Set of Nines zuordnete. „Es fühlte sich einfach nach Queens oder Nines für ihn an”, sagte sie.

Perspektive nach dem Sieg

„Poker ist wirklich schwer. Es ist wirklich schwer zu gewinnen”, sagte Andrews nach dem Triumph. „Menschen wie Brock und meine Freunde und Familie, die mich anfeuern und wissen, dass ich es kann – das bedeutet mir sehr viel.”

Das Ergebnis unterstreicht, was im Turniersport gilt: Präsenz ist Voraussetzung für alles andere.

JS
Redakteur

Jan Stevens ist Chefredakteur von Poker24.net und berichtet seit vielen Jahren über Live-Poker, Online-Poker, Turnierserien und Glücksspielregulierung. Sein Fokus liegt auf fundierter Einordnung, redaktioneller Transparenz und praxisnaher Analyse. Für Poker24.net verbindet er Branchenwissen, journalistische Erfahrung und klare Meinung zu aktuellen Entwicklungen der Pokerszene.