Kanadas vierte Bracelet-Gewinner der WSOP 2026 hat eine ganz besondere Idee: Homan Mohammadi, im Hauptberuf Komponist und Singer-Songwriter, setzte sich im $1.000 Seniors No-Limit Hold’em gegen 7.538 Spieler durch — und plant, bei seiner Siegerehrung live die kanadische Nationalhymne zu singen. Wir erzählen die Geschichte hinter einem der charmantesten Erfolge dieses Pokersommers.
Das Wichtigste in Kürze
- Homan Mohammadi (55) aus British Columbia gewann das $1.000 Seniors-Event und kassierte 660.000 Dollar.
- Es ist sein erstes WSOP-Bracelet — durchgesetzt gegen ein Feld von 7.538 Spielern.
- Der Komponist und Sänger will bei der Zeremonie im Juli live „O Canada” anstimmen.
- Mit dem Sieg führt Kanada die Nationenwertung der Nicht-USA-Länder mit vier Bracelets an.
Ein Sieg mit Gänsehaut-Potenzial
Mohammadi will seinen Moment auf dem Podium voll auskosten. „Ich wollte unbedingt die kanadische Nationalhymne live singen, weil ich Komponist und Singer-Songwriter bin”, erklärte der 55-Jährige. Er habe die Hymne schon mit Orchester aufgeführt und wolle das auch hier tun — allein dafür komme er extra zurück nach Las Vegas.
Eigentlich hatte Mohammadi gehofft, schon am Samstag aufzutreten, bevor er mit dem Bracelet in den Familienurlaub nach Europa aufbrach. Doch so kurzfristig konnte die WSOP keine Zeremonie zusagen. Stattdessen kehrt er nach dem Feiern im Mittelmeerraum im Juli gegen Ende der Serie zurück, um sein Bracelet entgegenzunehmen — und zu singen. Sobald ein Termin feststeht, lädt er alle Kanadier im Paris und Horseshoe ein, gemeinsam mit ihm die Hymne anzustimmen.
$1.000 Seniors No-Limit Hold’em — Final Table
| Platz | Spieler | Land | Preisgeld |
|---|---|---|---|
| 1 | Homan Mohammadi | Kanada | $660.000 |
| 2 | Larry Quang | USA | $450.000 |
| 3 | Bruce Diamond | USA | $337.000 |
| 4 | Buck Bucceri | USA | $254.000 |
| 5 | Ablahad Salim | USA | $193.000 |
| 6 | Manfred Wolf | Deutschland | $148.000 |
| 7 | Todd German | USA | $114.000 |
| 8 | Ronald Moore | USA | $88.000 |
| 9 | Keith Romer | USA | $70.030 |
Aus deutscher Sicht erfreulich: Manfred Wolf erreichte als einziger deutscher Vertreter den Finaltisch und sicherte sich Platz sechs für 148.000 Dollar.
Internationale Bracelet-Bilanz
Mohammadis Erfolg reiht sich in eine starke kanadische Serie ein — nach den Bracelets von Kristen Foxen, Frederic Normand und Chris Alcindor. Damit liegt Kanada bei den Nicht-US-Nationen klar vorn:
- Kanada: 4 Bracelets — die meisten unter den Nicht-USA-Ländern.
- Großbritannien, Deutschland, Japan, China: je 2 Bracelets.
- „Go Canada! Uns kriegt man nicht klein, wir sind zum Kämpfen hier”, jubelte der frischgebackene Champion.
Durch den Sieg kletterte Mohammadi mit knapp 1,9 Millionen Dollar auf Rang 66 der ewigen kanadischen Turnier-Geldrangliste — eine Auszeichnung, über die er sich sichtlich freute: „Oh mein Gott, wunderbar! Ich hoffe, ich kann dranbleiben und weitermachen.”
Einordnung & Analyse: Warum solche Geschichten Gold wert sind
In einem Sommer, der von Millionen-High-Rollern dominiert wird, ist Mohammadis Sieg eine wohltuende Erinnerung an die Seele des Pokers. Erstens zeigt das riesige Seniors-Feld von über 7.500 Spielern, wie lebendig der Breitensport-Charakter der WSOP bleibt — hier gewinnt nicht der durchgestylte Solver-Profi, sondern ein leidenschaftlicher Amateur mit Herzensprojekt. Zweitens ist die Hymnen-Idee genau die Art von menschlicher Storyline, die Poker über die nackten Zahlen hinaus erzählenswert macht und neue Fans anzieht.
Für die deutschsprachige Szene bietet der Finaltisch zudem einen kleinen Lichtblick: Mit Manfred Wolf war ein deutscher Spieler ganz vorne dabei. Und Deutschland steht in der internationalen Bracelet-Wertung mit zwei Erfolgen ordentlich da — bei noch ausstehendem Main Event ist im zweiten Teil der Serie durchaus noch Luft nach oben.
Glücksspiel kann süchtig machen. Teilnahme ab 18 Jahren. Spiele verantwortungsbewusst.

