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Negreanu und Ivey gleichzeitig an WSOP-Finaltischen

Daniel Negreanu

Die World Series of Poker 2026 lieferte einen besonderen Moment für Pokerfans. Daniel Negreanu und Phil Ivey standen zur gleichen Zeit an zwei verschiedenen Finaltischen und hatten beide die Chance, ihre ohnehin beeindruckenden Bracelet-Sammlungen weiter auszubauen.

Zusammen bringen die beiden Poker Hall of Famer 18 WSOP-Bracelets mit. Kurzzeitig war sogar möglich, dass diese Zahl noch am selben Tag auf 20 steigt. Am Ende blieb der ganz große Doppelschlag jedoch aus: Negreanu belegte im $25.000 High Roller PLO/NLH Mixed den siebten Platz, während Ivey in der $50.000 Poker Players Championship Rang drei erreichte.

Trotzdem war der Tag ein starkes Beispiel dafür, wie relevant beide Legenden auch 2026 noch auf höchstem Niveau sind.

Ivey jagte den größten Titel seiner Karriere

Phil Ivey erreichte den Finaltisch der $50.000 Poker Players Championship, einem der prestigeträchtigsten Events der gesamten WSOP. Für viele Profis gilt dieses Turnier als ultimativer Mixed-Game-Test, weil es Können in mehreren Varianten verlangt und regelmäßig eines der härtesten Felder des Sommers anzieht.

Ivey hatte bereits elf WSOP-Bracelets gewonnen und wollte mit einem Sieg in der PPC auf zwölf Titel erhöhen. Noch wichtiger als die reine Zahl wäre jedoch die Bedeutung des Events gewesen. Ein Triumph in der Poker Players Championship hätte zu den größten Erfolgen seiner ohnehin legendären Karriere gezählt.

Zu Beginn der finalen Phase zeigte Ivey aggressives Poker, verlor jedoch später wichtige Chips. Während Benny Glaser immer stärker wurde und sich Schritt für Schritt absetzte, musste Ivey um Anschluss kämpfen.

Am Ende schied er auf Platz drei aus und kassierte $600.698. Der Sieg ging später an Benny Glaser, der sich sein neuntes Bracelet sicherte.

Spieler Event Ergebnis Preisgeld
Phil Ivey $50.000 Poker Players Championship 3. Platz $600.698
Daniel Negreanu $25.000 High Roller PLO/NLH Mixed 7. Platz $152.954

Negreanu suchte Bracelet Nummer acht

Während Ivey in der Poker Players Championship um einen historischen Titel spielte, kämpfte Daniel Negreanu am Finaltisch des $25.000 High Roller PLO/NLH Mixed. Der siebenfache Bracelet-Gewinner startete als Shortstack in die Entscheidung, war aber trotz kleiner Ausgangslage keineswegs chancenlos.

Negreanu hatte bereits mehrere tiefe Läufe bei der WSOP 2026 hingelegt, war jedoch mehrfach knapp an großen Finaltischmomenten vorbeigeschrammt. Besonders bitter war sein elfter Platz im $50.000 Pot-Limit Omaha High Roller.

Im PLO/NLH Mixed bekam er nun erneut die Chance auf einen großen Run. Das Feld war allerdings extrem stark besetzt. Mit Eelis Pärssinen, Juha Helppi, Dylan Linde und Titelverteidiger Lou Garza standen mehrere gefährliche Gegner im Weg.

Straight Flush sorgt für Negreanu-Highlight

Negreanu erwischte am Finaltisch zumindest einen spektakulären Moment. Gegen Eelis Pärssinen gelang ihm ein Double-up mit einer Straight Flush, während der Finne ein Full House hielt. Solche Hände bleiben selbst bei einer WSOP voller großer Geschichten hängen.

Der Aufschwung reichte jedoch nicht für das Comeback. In der Folge verlor Negreanu wichtige Chips gegen Sean Winter und landete später in Pot-Limit Omaha all-in gegen Juha Helppi. Negreanu hatte Straight- und Flush-Draws, doch keiner seiner Outs kam an.

Damit war für ihn auf Platz sieben Schluss. Für den Deep Run erhielt er $152.954, Bracelet Nummer acht muss weiter warten.

Zwei Legenden, zwei große Chancen

Dass Negreanu und Ivey gleichzeitig an unterschiedlichen WSOP-Finaltischen standen, war mehr als nur eine Randnotiz. Beide gehören seit Jahrzehnten zu den prägenden Gesichtern des Pokers. Ihre Karrieren sind eng mit der Geschichte der WSOP verbunden.

Ivey hatte 2024 nach zehnjähriger Bracelet-Pause wieder zugeschlagen und die $10.000 Limit 2-7 Triple Draw Championship gewonnen. Negreanu gewann im selben Jahr ausgerechnet die Poker Players Championship, also jenes Event, in dem Ivey nun 2026 tief lief.

Beide hatten schon zweimal im selben Jahr Bracelets gewonnen: 2013 und 2024. Für kurze Zeit wirkte es so, als könnte 2026 ein weiterer gemeinsamer historischer WSOP-Moment folgen.

Spieler WSOP-Bracelets vor dem Tag Ziel
Phil Ivey 11 Bracelet Nummer 12 und erster PPC-Titel
Daniel Negreanu 7 Bracelet Nummer 8 im PLO/NLH Mixed
Gemeinsam 18 Möglicher Sprung auf 20 Bracelets

Glaser und Pärssinen verhindern das Legenden-Doppel

Am Ende gehörten die Titel jedoch anderen. Benny Glaser gewann die Poker Players Championship und krönte damit einen der wichtigsten Siege seiner Karriere. Der britische Mixed-Game-Spezialist setzte sich gegen ein extrem starkes Feld durch und holte Bracelet Nummer neun.

Im $25.000 High Roller PLO/NLH Mixed triumphierte Eelis Pärssinen. Der Finne gewann nach einem historischen Heads-up gegen Juha Helppi sein drittes WSOP-Bracelet und wurde damit zum erfolgreichsten finnischen Bracelet-Gewinner der WSOP-Geschichte.

Negreanu und Ivey mussten sich also mit starken, aber nicht perfekten Ergebnissen zufriedengeben. Beide bewiesen jedoch erneut, dass sie auch gegen die neue Generation und gegen spezialisierte High-Roller-Felder konkurrenzfähig bleiben.

WSOP 2026 bleibt Bühne der großen Namen

Die parallelen Finaltische von Daniel Negreanu und Phil Ivey waren einer der besonderen Momente der WSOP 2026. Auch wenn beide das Bracelet verpassten, zeigte der Tag, dass Pokerlegenden weiter mitten im Geschehen stehen.

Ivey kam dem zwölften Bracelet und seinem ersten PPC-Titel nahe. Negreanu sammelte einen weiteren tiefen Run in einem schwierigen High-Roller-Mixed-Event. Für beide war es kein perfekter Abschluss, aber ein weiterer Beleg ihrer Klasse.

Die WSOP lebt von solchen Geschichten: alte Rivalitäten, neue Champions und Legenden, die auch nach Jahrzehnten noch um die größten Titel spielen. Genau deshalb bleibt ein Tag mit Negreanu und Ivey an parallelen Finaltischen mehr als nur eine Statistik.

JS
Redakteur

Jan Stevens ist Chefredakteur von Poker24.net und berichtet seit vielen Jahren über Live-Poker, Online-Poker, Turnierserien und Glücksspielregulierung. Sein Fokus liegt auf fundierter Einordnung, redaktioneller Transparenz und praxisnaher Analyse. Für Poker24.net verbindet er Branchenwissen, journalistische Erfahrung und klare Meinung zu aktuellen Entwicklungen der Pokerszene.