Benny Glaser hat bei der World Series of Poker 2026 einen der prestigeträchtigsten Titel des Pokers gewonnen. Der britische Mixed-Game-Spezialist setzte sich in der $50.000 Poker Players Championship durch und sicherte sich damit sein neuntes WSOP-Bracelet sowie ein Preisgeld von $1.343.764.
Für Glaser war dieser Sieg weit mehr als ein weiterer Titel. Die Poker Players Championship galt seit Jahren als eines seiner wichtigsten Karriereziele. Nach früheren Finaltisch-Auftritten, darunter Platz fünf im Jahr 2018 und Platz vier im Jahr 2022, gelang ihm nun endlich der große Durchbruch.
Der Finaltisch war hochkarätig besetzt. Mit Phil Ivey, Josh Arieh, Jason Mercier, Paul Volpe, Maxx Coleman und Kristopher Tong standen mehrere der besten Mixed-Game-Spieler der Welt im Weg. Glaser überstand diese Ausnahmekonkurrenz und verewigte seinen Namen auf der Chip Reese Trophy.
Glaser gewinnt den ultimativen Mixed-Game-Test
Die $50.000 Poker Players Championship gehört zu den anspruchsvollsten Events im WSOP-Kalender. Das Turnier verlangt Können in mehreren Pokervarianten und zieht traditionell die stärksten Allround-Spieler der Welt an.
Glaser spielte das Event erstmals 2016, kurz nachdem er im selben Sommer zwei Bracelets in Omaha Eight-or-Better gewonnen hatte. Damals bedeutete das Buy-in für ihn noch einen großen Schritt in die absolute Elite. Zehn Jahre später kehrte er als einer der besten Mixed-Game-Spieler der Welt zurück und feierte den wohl wichtigsten Sieg seiner bisherigen Karriere.
Nach der letzten Karte wurde Glaser von seinen Emotionen überwältigt. Der Brite sank auf die Knie, während ihm die Bedeutung des Moments bewusst wurde. Für ihn war es ein Titel, auf den er jahrelang hingearbeitet hatte.
Neuntes Bracelet bringt Glaser in historische Nähe
Mit seinem neunten WSOP-Bracelet zieht Glaser mit Johnny Moss gleich und liegt nun auf Rang sechs der ewigen Bracelet-Bestenliste.
Vor ihm stehen nur noch absolute Pokerlegenden. Doyle Brunson, Erik Seidel und Johnny Chan haben jeweils zehn Bracelets, Phil Ivey kommt auf elf. An der Spitze bleibt Phil Hellmuth mit 17 WSOP-Siegen.
| Spieler | WSOP-Bracelets |
|---|---|
| Phil Hellmuth | 17 |
| Phil Ivey | 11 |
| Doyle Brunson | 10 |
| Erik Seidel | 10 |
| Johnny Chan | 10 |
| Benny Glaser | 9 |
| Johnny Moss | 9 |
Bemerkenswert ist auch Glasers Alter. Mit 37 Jahren ist er der zweitjüngste Spieler, der neun WSOP-Bracelets erreicht hat. Nur Phil Ivey schaffte diese Marke etwas früher. Glaser liegt damit sogar vor dem Tempo, das Phil Hellmuth bei seinem neunten Bracelet hatte.
Glaser bleibt über fünf Tage konstant an der Spitze
Glasers Turnierlauf war von Beginn an beeindruckend. Nach Tag 1 lag er bei 87 Entries bereits auf Rang zwei im Chipcount. Auch nach Tag 2, als das Feld auf 108 Entries angewachsen war, beendete er den Tag erneut als Zweiter.
An Tag 3 übernahm Glaser schließlich die Führung. Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch 15 Spieler im Rennen. Nach dem vierten Turniertag und dem Ausscheiden von Jason Mercier auf Platz sieben ging Glaser erneut als Chipleader in die Entscheidung.
Diese Konstanz war entscheidend. In einem fünftägigen Mixed-Game-Turnier gegen absolute Weltklassegegner fast durchgehend in der Spitzengruppe zu bleiben, unterstreicht die Qualität seiner Leistung.
Phil Ivey verpasst sein zwölftes Bracelet
Der Finaltisch hatte auch historisch enorme Bedeutung. Phil Ivey jagte sein zwölftes WSOP-Bracelet und zugleich seinen ersten Titel in der Poker Players Championship. Josh Arieh wollte sein achtes Bracelet gewinnen, während Glaser die Chance hatte, weiter in die Elite der WSOP-Geschichte vorzurücken.
Glaser baute seine Führung zunächst aus und eliminierte Kristopher Tong auf Platz sechs. In No-Limit Hold’em gewann er mit König-Dame suited einen Coinflip gegen Tongs Pocket Sevens, nachdem zwei Damen im Flop erschienen.
Paul Volpe schied anschließend auf Platz fünf aus, nachdem Maxx Coleman ihn in Omaha Eight-or-Better aus dem Turnier nahm. Coleman selbst musste kurz darauf Platz vier akzeptieren, als Josh Arieh in Pot-Limit Omaha ein Full House traf.
Damit blieben Glaser, Arieh und Ivey im Kampf um den Titel. Ivey schied schließlich auf Platz drei aus, nachdem er in Deuce-to-Seven Triple Draw gegen Arieh verlor. Für Ivey war es erneut ein starker Lauf, doch der erste PPC-Titel blieb ihm verwehrt.
Glaser dreht das Heads-up gegen Josh Arieh
Josh Arieh startete mit der Führung ins Heads-up. Er hielt 19,3 Millionen Chips, während Glaser mit 13 Millionen begann. Doch dieser Vorsprung hielt nicht lange.
Glaser fand sofort seinen Rhythmus, glich aus und übernahm dann die Kontrolle. Von diesem Moment an wirkte das Duell zunehmend einseitig. Der Brite gewann viele kleinere und mittlere Pots und drückte Arieh Stück für Stück nach unten.
Die Entscheidung fiel in Omaha Eight-or-Better, einer von Glasers stärksten Varianten. Arieh floppte zwei Paare, doch Glaser traf am Turn das bessere Two Pair und hielt bis zum River. Damit war der Titel entschieden.
| Platz | Spieler | Preisgeld |
| 1 | Benny Glaser | $1.343.764 |
| 2 | Josh Arieh | $895.837 |
| 3 | Phil Ivey | $600.698 |
| 4 | Maxx Coleman | $417.607 |
| 5 | Paul Volpe | $301.405 |
| 6 | Kristopher Tong | $226.172 |
| 7 | Jason Mercier | $176.732 |
Ein Karrieremoment für Benny Glaser
Der Sieg bringt Glaser nicht nur die Chip Reese Trophy und sein neuntes Bracelet. Er erhielt außerdem 1.020 Punkte im Card Player Player-of-the-Year-Rennen und 500 Punkte für die PokerGO Tour.
Seine dokumentierten Live-Turniergewinne steigen damit auf mehr als $12,7 Millionen. Doch für Glaser ging es bei diesem Titel um mehr als Preisgeld, Ranglisten oder Statistiken.
Die Poker Players Championship war das Turnier, das er am meisten gewinnen wollte. Dass ihm der Sieg ausgerechnet gegen ein Feld mit Ivey, Arieh, Mercier und weiteren Topspielern gelang, macht den Erfolg noch bedeutender.
Glaser festigt seinen Platz unter den Pokergrößen
Mit 37 Jahren gehört Benny Glaser längst zu den erfolgreichsten WSOP-Spielern der Geschichte. Jeder weitere Bracelet-Sieg würde ihn noch näher an Namen wie Brunson, Seidel, Chan und Ivey heranbringen.
Sein Erfolg basiert auf technischer Stärke, mentaler Widerstandskraft und außergewöhnlicher Vielseitigkeit. Gerade in Mixed Games zählt Glaser seit Jahren zur absoluten Weltspitze.
Der Sieg in der Poker Players Championship hebt seine Karriere nun auf ein neues Level. Es war nicht einfach ein weiterer WSOP-Triumph. Für Benny Glaser war es der Titel, der ihm am meisten bedeutete.

