Fußball-Superstar Neymar hat den Zorn vieler Fans auf sich gezogen: Während sein Klub Santos FC ein wichtiges Pflichtspiel in Venezuela bestritt, saß der Brasilianer lieber am Pokertisch. Beim Turnier der Brazilian Series of Poker (BSOP) in São Paulo ging er auf Titeljagd — und goss mit einem Social-Media-Post nach dem Spiel noch Öl ins Feuer. Wir ordnen die Geschichte und Neymars Poker-Leidenschaft ein.
Das Wichtigste in Kürze
- Neymar (34) verpasste ein Copa-Sudamericana-Spiel seines Klubs Santos FC — zugunsten eines Pokerturniers.
- Der Klub hatte ihm für die Partie in Venezuela freigegeben; er blieb in Brasilien und spielte die BSOP.
- Santos gewann ohne ihn mit 4:1, doch ein Post nach dem Spiel verärgerte die Fans zusätzlich.
- Es ist nicht das erste Mal, dass Neymars Poker-Leidenschaft öffentlich hinterfragt wird.
Freigestellt — und trotzdem in der Kritik
Santos stand am Dienstag im Rahmen der Copa Sudamericana ein wichtiges Auswärtsspiel gegen Universidad Central in Venezuela bevor. Neymar aber, offensiver Mittelfeldspieler und Aushängeschild des Klubs, war zur selben Zeit beim Poker gebunden. Laut Fox Sports hatte ihm der Verein für diesen Tag freigegeben. Statt mit der Mannschaft zu reisen, blieb er in Brasilien und versuchte sich an einem BSOP-Titel — Trainingsvideos aus dem Vereinsgelände postete er dennoch.
Das besänftigte die Fans nicht. Zwar gewann Santos auch ohne ihn deutlich mit 4:1, doch ein Social-Media-Post im Anschluss sorgte für zusätzlichen Unmut: „Das Leben ist ein Witz”, schrieb Neymar. „Nimm das Leben nicht so ernst.”
Nicht das erste Mal
Die Diskussion um Neymars Prioritäten ist nicht neu. Sein Vertrag bei Santos, das in Brasiliens höchster Spielklasse Série A antritt, läuft im Dezember aus — und schon früher wurde seine Hingabe zum Fußball infrage gestellt.
- Petits Kritik (2024): Frankreichs Weltmeister Emmanuel Petit warf Neymar vor, schon in seinen letzten beiden Jahren bei Paris Saint-Germain gedanklich mehr beim Poker als beim Fußball gewesen zu sein.
- 24-Stunden-Session: Anfang des Jahres legte Neymar an einem freien Tag eine 24-stündige Online-Poker-Session ein.
- WSOP nach WM-Aus: Nur Tage nachdem Brasilien bei der WM 2026 ausgeschieden war, spielte er das $10.000 Main Event der World Series of Poker.
Ein ernstzunehmender Spieler
Bei aller Kritik: Neymars Poker-Engagement ist kein bloßes Hobby. Er begann 2014 mit dem Spiel und ist seit 2021 Markenbotschafter von PokerStars — ein Deal, der sowohl Fußballfans als auch die wachsende brasilianische Pokerszene ansprechen sollte. „Wenn ich nicht Fußball spiele, spiele ich für mein Leben gern Karten”, sagte er bei der Bekanntgabe.
| Poker-Fakten zu Neymar | Detail |
|---|---|
| Live-Turniergewinne | über 116.000 Dollar |
| Bestes BSOP-Ergebnis | 4. Platz (Dezember), 63.400 Dollar |
| Cash Games | spielt auch High-Stakes |
| PokerStars | Botschafter seit 2021 (zweite Partnerschaft) |
Auch abseits der Turniere sorgt sein Spiel für Schlagzeilen: Ein Bericht aus dem Jahr 2025 behauptete, Box-Profi Chris Eubank Jr. schulde ihm fünf Millionen Dollar aus offenen Pokerschulden.
Einordnung & Analyse: Wenn zwei Leidenschaften kollidieren
Der Fall berührt eine Debatte, die weit über Neymar hinausgeht. Erstens steht die Frage im Raum, wie viel Freizeitgestaltung einem Profisportler zusteht — und ab wann sie zur öffentlichen Angelegenheit wird. Solange der Klub die Freigabe erteilt, ist Neymars Auftritt formal korrekt; die emotionale Erwartung der Fans, dass ein Star „brennt”, lässt sich damit aber nicht stillen. Der flapsige Post nach dem Sieg verschärfte genau diesen Konflikt. Zweitens zeigt der Fall, wie sehr Poker inzwischen im Mainstream angekommen ist: Ein globaler Fußballstar als PokerStars-Botschafter verleiht dem Spiel Sichtbarkeit, die klassische Turnierberichte nie erreichen würden — gerade im poker-affinen Brasilien.
Für die Poker-Community ist Neymar ein zweischneidiges Aushängeschild: Einerseits bringt seine Prominenz enorme Aufmerksamkeit und neue Fans ans Spiel, andererseits nährt die Kritik an seiner Hingabe das alte Klischee vom Poker als „Ablenkung”. Aus deutschsprachiger Sicht ist die Geschichte vor allem ein unterhaltsames Beispiel für die wachsende Verzahnung von Sport und Poker — ein Trend, den wir mit prominenten Crossover-Figuren künftig häufiger sehen dürften. Ob Neymar nach seinem Vertragsende im Dezember dem Fußball oder verstärkt dem Filz treu bleibt, wird die Debatte ohnehin neu befeuern.
Glücksspiel kann süchtig machen. Teilnahme ab 18 Jahren. Spiele verantwortungsbewusst.

