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Rekorde der WSOP 2026: Ein 90-Jähriger am Finaltisch, Negreanus 25-Millionen-Marke und das Jahr der Frauen

Poker ist zu großen Teilen ein Zahlenspiel — und die WSOP 2026 lieferte reichlich Stoff für die Statistik-Bücher. Vom ältesten Finalisten der Geschichte über historische Bracelet-Serien bis zu den zahlreichen Frauen-Rekorden: Wir haben die spannendsten Bestmarken und Kuriositäten des Sommers zusammengetragen — inklusive der starken Momente für die DACH-Region.

Das Wichtigste in Kürze

  • Perry Green erreichte mit 90 Jahren einen offenen Finaltisch — vermutlich der älteste Finalist der WSOP-Geschichte.
  • Daniel Negreanu knackte als erster Spieler die Marke von 25 Millionen Dollar an WSOP-Gewinnen.
  • Adrian Mateos wurde mit 31 der jüngste Sechsfach-Bracelet-Gewinner — ein Jahr jünger als einst Phil Ivey.
  • Frauen holten mit sieben Bracelets so viele wie nie; die Schweizerin Anca Eggenberger gewann bei der WSOP Europe.

Die großen Namen

Noch bevor der Juni begann, schrieb Perry Green Geschichte: Mit 90 Jahren erreichte er im $1.500 Omaha 8 or Better einen offenen Finaltisch und wurde Sechster (30.973 Dollar) — vermutlich der älteste Spieler, der je einen WSOP-Finaltisch erreichte. Sein vorheriger lag 13 Jahre zurück.

Daniel Negreanu hatte einen großen Sommer, doch schon Ende Mai stand sein historischster Moment fest: Mit dem Achtelfinal-Sieg im $25.000 Heads-Up-Championship wurde er zum ersten Spieler überhaupt, der 25 Millionen Dollar an WSOP-Gewinnen überschritt. Und Adrian Mateos bestätigte mit dem Sieg im $250.000 Super High Roller sein Ausnahmetalent — als jüngster Sechsfach-Champion der Geschichte.

Nick Schulman und eine seltene Serie

Nick Schulman gewinnt langsam die Übersicht über seine Bracelets: Mit dem Sieg im $1.500 H.O.R.S.E. holte er sein achtes — und das vierte Jahr in Folge. Damit egalisierte er einen Rekord, den vor ihm nur drei Legenden hielten.

Jahre Spieler
1971–74 Bill Boyd
1976–79 Doyle Brunson
2016–19 Loren Klein
2023–26 Nick Schulman

Die Doppelsieger — mit DACH-Beteiligung

Gleich mehrere Spieler holten zwei Bracelets in einem Sommer. Japans Naoya Kihara, der fast zurückgetreten wäre, gewann sogar zwei Championship-Events — ein Kunststück, das zuvor nur fünf Spieler geschafft hatten. Calvin Anderson reihte sich mit zwei Titeln ebenfalls ein und wurde erst der 16. Spieler, der in zwei verschiedenen Jahren je mehrere Bracelets gewann.

Besonders erfreulich aus heimischer Sicht: Bei den Nationen, die schon einmal zwei Bracelets in einem Jahr geholt haben, steht Deutschland weit vorne mit dabei.

Rang Land Anzahl
1 USA 96
2 Australien 5
2 Kanada 5
4 England 3
5 Österreich 2
5 Deutschland 2
5 Israel 2
5 Italien 2

Mit Eelis Pärssinen (der als erster Finne zwei Bracelets in einem Jahr holte) und Naoya Kihara wächst der Kreis der Doppelsieger-Nationen auf 20 Länder.

Der Millionen-Mann: Michael Mizrachi

Eine Sonderrolle gebührt Michael Mizrachi, der seinen sensationellen Vorjahres-Erfolg mit einem weiteren Bracelet krönte — seinem insgesamt neunten. Sein Sieg im $10.000 Pot-Limit Omaha (1.350.203 Dollar) war seine rekordverdächtige sechste Millionen-Dollar-Auszahlung bei der WSOP, allesamt Siege. Damit überholte er Brian Rast.

Bracelet-Meilensteine

Rekordverdächtige 17 Spieler holten 2026 ihr viertes oder weiteres Karriere-Bracelet. Einige DACH-relevante und prominente Namen aus dieser Liste:

  • Benny Glaser & Michael Mizrachi: je das neunte Bracelet.
  • Shaun Deeb: ebenfalls das neunte — im $1.500 8-Game Mix.
  • Daniel Negreanu: das achte, im $100.000 PLO High Roller (2.257.718 Dollar).
  • Martin Kabrhel: das sechste, über die WSOP.com-Schiene.
  • Jeff Madsen: das fünfte, im $1.500 Dealers Choice.

Das Jahr der Frauen

2026 war ein historischer Sommer für Frauen im Poker — und er begann mit einem DACH-Höhepunkt: Anca Eggenberger wurde die erste Schweizerin, die ein Bracelet gewann (WSOP Europe €1.000 Ladies Championship). Den größten Meilenstein setzte Kristen Foxen, die mit ihrem Sieg im $25.000 High Roller ihre Frauen-Rekorde auf sechs Bracelets ausbaute und mit Ehemann Alex das erste Paar bildete, das im selben Jahr je ein Live-Bracelet in offenen Events gewann.

Kennzahl Wert
Bracelets von Frauen 2026 7 (Rekord)
davon in offenen Events 5 (Rekord)
Frauen im Main Event 431 (Rekord)
Beste Frau (Chipführung) Sasha Liu, 2,364 Mio. (Ende Tag 3)

Foxens 1,7-Millionen-Score war zudem der fünftgrößte, den je eine Frau bei der WSOP erzielte — angeführt wird diese Bestenliste von Liv Boeree (2,8 Mio. für Platz vier beim Paradise-Super-Main-Event 2024).

Einordnung & Analyse: Was die Zahlen erzählen

Die Statistik-Highlights zeichnen das Bild einer Serie voller Superlative. Erstens zeigen die Extreme — ein 90-Jähriger am Finaltisch, ein 31-jähriger Sechsfach-Champion — die enorme Altersspanne, die Poker als eines der wenigen Wettkampf-Felder auszeichnet, in denen Erfahrung und jugendliches Talent auf Augenhöhe konkurrieren. Zweitens deuten die Frauen-Rekorde auf einen echten Strukturwandel hin: sieben Bracelets, fünf davon in offenen Events, dazu das größte Frauenfeld der Main-Event-Geschichte. Solche Zahlen entstehen nicht über Nacht, sondern durch wachsende Sichtbarkeit und Vorbilder wie Foxen oder Eggenberger.

Für die DACH-Szene sind die Anker in dieser Rekord-Sammlung besonders erfreulich: Deutschland und Österreich unter den Top-Nationen bei den Doppel-Bracelets, die Schweizerin Anca Eggenberger als historische erste Bracelet-Gewinnerin ihres Landes. Das fügt sich ins Gesamtbild eines Sommers, in dem die deutschsprachige Region ihre Tiefe einmal mehr unter Beweis stellte. Und mit der WSOP Paradise später im Jahr könnten einige dieser Rekorde sogar noch fallen.

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JS
Redakteur

Jan Stevens ist Chefredakteur von Poker24.net und berichtet seit vielen Jahren über Live-Poker, Online-Poker, Turnierserien und Glücksspielregulierung. Sein Fokus liegt auf fundierter Einordnung, redaktioneller Transparenz und praxisnaher Analyse. Für Poker24.net verbindet er Branchenwissen, journalistische Erfahrung und klare Meinung zu aktuellen Entwicklungen der Pokerszene.