Ein ungewöhnlicher Rechtsstreit sorgt in der Pokerwelt für Aufsehen: Ein New Yorker Pokerspieler, der in einem vier Millionen Dollar teuren Apartment residiert, wird von der Eigentümergemeinschaft seines Gebäudes auf rund 87.000 Dollar verklagt. Der Vorwurf: Sein nahezu täglicher Marihuana-Konsum belaste über den Zweitrauch die Nachbarschaft. Wir fassen den Fall sachlich zusammen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Pokerspieler Chau Shing Lam sieht sich einer Klage über rund 87.000 Dollar gegenüber.
- Klägerin ist die Eigentümergemeinschaft seines Manhattaner Luxus-Wohnhauses.
- Vorgeworfen werden nahezu täglicher Rauch (Marihuana und Tabak) sowie Lärmbelästigung.
- Über zwei Jahre soll Lam mehr als ein Dutzend Verstöße angehäuft haben.
Worum es in der Klage geht
Die Klage wurde am 17. Juli von der Hausverwaltung des Gebäudes eingereicht. Darin wird Lam vorgeworfen, in seiner Wohnung „nahezu täglich und zu allen Tages- und Nachtzeiten” Marihuana und Tabak zu rauchen, wodurch belastender Rauch in benachbarte Einheiten und Gemeinschaftsbereiche dringe. Zusätzlich soll er durch lautes Verhalten für Störungen sorgen — Nachbarn berichten laut Gerichtsdokumenten von „lautem Poltern, Herumrennen und Geschrei” bis spät in die Nacht.
Das eigentliche Streitthema: die Luftqualität
Den Kern der Klage bildet allerdings ein gesundheitliches Argument. Die Gemeinschaft macht geltend, Lams Rauchgewohnheiten hätten die Luftqualität im Gebäude erheblich verschlechtert. Luftmessungen in der Nachbarwohnung zeigten demnach „dramatische und wiederholte Anstiege” der Feinstaubwerte (PM2.5), die auf eindringenden Zweitrauch hindeuteten.
Besonders brisant: Ein zwölfjähriges Kind mit einer Atemwegserkrankung (Reactive Airway Dysfunction Syndrome) soll in eine angrenzende Wohnung einziehen. Ein behandelnder Kinderarzt empfahl in einer Eingabe ans Gericht, alle vertretbaren Maßnahmen so schnell wie möglich zu ergreifen, um die Belastung des Kindes durch Zweitrauch in der Wohnumgebung zu beseitigen.
Die bisherigen Konsequenzen
- Über ein Dutzend Verstöße soll Lam binnen zwei Jahren wegen Nachbarschaftsbeschwerden angesammelt haben.
- Über 87.000 Dollar an Strafen stehen im Raum.
- Zudem soll er den Zugang zu bestimmten Annehmlichkeiten des Gebäudes verloren haben.
- Die Hausverwaltung fordert das Gericht auf, Lam zur Zahlung der Strafen zu verpflichten und das exzessive Rauchen zu unterbinden.
Der Spieler hinter dem Fall
Chau Shing Lam ist in der Turnierszene kein Unbekannter: Laut Hendon Mob hat er über 300.000 Dollar an Live-Turniergewinnen erspielt und in der Vergangenheit an Events der WSOP und der WSOP Europe teilgenommen. In diesem Sommer war er aktiv unterwegs — er cashte bei sieben Events der Red Dragon Poker Tour in Jeju und zuvor im Mai viermal bei der EPT Monte Carlo.
Einordnung & Analyse: Ein Fall mit Signalwirkung
So skurril die Schlagzeile klingt, so ernst ist der Kern des Streits. Erstens berührt der Fall eine rechtliche Grauzone, die mit der fortschreitenden Cannabis-Legalisierung in vielen US-Bundesstaaten an Bedeutung gewinnt: Auch wo der Konsum legal ist, endet die persönliche Freiheit dort, wo sie die Gesundheit und den Wohnkomfort anderer beeinträchtigt. Zweitrauch in gemeinsam genutzten Gebäuden ist dabei ein zunehmend justiziables Thema. Zweitens verleiht der gesundheitliche Aspekt — das erkrankte Kind — dem Verfahren ein Gewicht, das über einen gewöhnlichen Nachbarschaftsstreit hinausgeht und die Erfolgsaussichten der Kläger erhöhen dürfte.
Es ist wichtig zu betonen, dass es sich um Vorwürfe im Rahmen einer laufenden Klage handelt — eine gerichtliche Entscheidung steht aus, und Lam hatte bis zum Redaktionszeitpunkt keine öffentliche Stellungnahme abgegeben. Für die Pokerwelt ist der Fall dennoch ein Lehrstück darüber, dass auch abseits des Filzes reale Konsequenzen lauern. Wir verfolgen den Ausgang des Verfahrens.
Glücksspiel kann süchtig machen. Teilnahme ab 18 Jahren. Spiele verantwortungsbewusst. Dieser Beitrag gibt den Stand einer laufenden Klage wieder und stellt keine rechtliche Bewertung dar.

