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Peter Zanoni ist tot – Österreichs Pokerkönig stirbt mit 71 Jahren

Die österreichische Pokerszene trauert. Peter Zanoni, Gründer der Concord Card Casinos und eine der prägendsten Figuren des Livepokers im deutschsprachigen Raum, ist nach schwerer Krankheit im Kreise seiner Familie verstorben. Er wurde 71 Jahre alt.

Vom Wiener Unternehmer zum Pokerkönig

Zanoni erkannte Ende der 1990er-Jahre eine rechtliche Lücke: Poker galt in Österreich noch als Geschicklichkeitsspiel, nicht als Glücksspiel. Auf dieser Grundlage eröffnete er 1993 die ersten Concord Card Casinos und baute in den folgenden Jahren ein Netzwerk auf, das im Pokerboom der frühen 2000er Jahre zur wichtigsten privaten Pokeristruktur Österreichs wurde. Auf dem Höhepunkt des Unternehmens beschäftigte das CCC über 600 Mitarbeiter an Standorten im ganzen Land.

Die CCCs waren weit mehr als Spielstätten. Zanoni holte die großen internationalen Turnierserien ins Land – die EPT Wien in der Wiener Hofburg gilt in der Szene bis heute als einer der besten EPT-Stopps aller Zeiten. Mit der Concord Million schuf er ein Format, das Grundlagen für heutige Turnierstrukturen legte. Führungskräfte der europäischen Livepokerszene begannen ihre Karrieren in seinen Häusern.

Ein Leben im Kampf gegen den Staat

Zanonis Geschichte war von Anfang an eine Geschichte gerichtlicher Auseinandersetzungen. Als Poker nach und nach dem staatlichen Glücksspielmonopol von Casinos Austria zugeordnet wurde, verlor er sukzessive seinen rechtlichen Spielraum. Die 2011 eingeführte Glücksspielabgabe verweigerte er und zog dagegen vor Gericht. 2019 lief seine Betriebslizenz aus. Ein Jahr später, im März 2020, meldete das Concord Card Casino Insolvenz an – mit Steuerschulden von rund 600 Millionen Euro. Zanoni sprach damals von einem Kampf David gegen Goliath, den David verloren habe.

Auch nach der Schließung hörte er nicht auf zu kämpfen. Er bemühte weiterhin Verfassungsgerichtshof und Europäischen Gerichtshof, um Poker außerhalb staatlicher Casinos zu ermöglichen. Einen Erfolg erlebte er dabei nicht mehr.

Was bleibt

Peter Zanoni war kein begeisterter Pokerspieler im spielerischen Sinn – er war der Mann, der die Bühne baute, auf der andere spielten. Ohne ihn, so ist aus der Community zu hören, wäre Poker in Österreich nie so weit gekommen, und der Einfluss der CCCs auf die europäische Livepokerkultur reicht weit über die Landesgrenzen hinaus. Mit seinem Tod endet ein Kapitel.

JS
Redakteur

Jan Stevens ist Chefredakteur von Poker24.net und berichtet seit vielen Jahren über Live-Poker, Online-Poker, Turnierserien und Glücksspielregulierung. Sein Fokus liegt auf fundierter Einordnung, redaktioneller Transparenz und praxisnaher Analyse. Für Poker24.net verbindet er Branchenwissen, journalistische Erfahrung und klare Meinung zu aktuellen Entwicklungen der Pokerszene.