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Eelis Pärssinen gewinnt drittes WSOP-Bracelet und schreibt finnische Poker-Geschichte

Eelis Pärssinen hat bei der World Series of Poker 2026 finnische Poker-Geschichte geschrieben. Der PLO-Spezialist gewann Event #64, das $25.000 High Roller PLO/NLH Mixed, und sicherte sich damit sein drittes WSOP-Bracelet sowie ein Preisgeld von $1.172.296.

Mit diesem Triumph ist Pärssinen nun der erfolgreichste finnische Bracelet-Gewinner in der Geschichte der WSOP. Besonders bemerkenswert: Erst wenige Tage zuvor hatte er im $25.000 Pot-Limit Omaha High Roller sein zweites Bracelet geholt. Nun legte er direkt nach und gewann bereits sein zweites WSOP-Event in diesem Sommer.

Der Sieg kam nach einem historischen Heads-up gegen Landsmann Juha Helppi zustande. Noch nie zuvor hatten zwei finnische Spieler bei der WSOP heads-up um ein Bracelet gespielt.

Pärssinen gewinnt das $25.000 PLO/NLH Mixed Event

Insgesamt 214 Entries sorgten im $25.000 High Roller PLO/NLH Mixed für einen Preispool von $5.029.000. Am dritten Turniertag kehrten nur noch 14 Spieler ins Paris Hotel and Casino zurück. Alle hatten bereits einen Cash sicher, doch im Mittelpunkt standen das Bracelet und die Siegprämie von mehr als 1,17 Millionen Dollar.

Nach fast zwölf Stunden setzte sich Pärssinen durch. Der Finne zeigte erneut, warum er aktuell zu den gefährlichsten Spielern in High-Roller-Events mit Pot-Limit Omaha gehört. Entscheidend war jedoch nicht nur seine PLO-Stärke. Das Format verlangte auch solides No-Limit Hold’em, und genau diese Kombination passte perfekt zu seinem Spiel.

Pärssinen erklärte nach dem Sieg, dass ihm dieses Event möglicherweise sogar mehr bedeute als sein jüngster Erfolg im reinen $25.000 PLO High Roller. Der Grund: Im Mixed-Format müsse man in beiden Varianten stark genug sein, um gegen ein solches Feld zu bestehen.

Finaltisch mit Negreanu, Winter und Helppi

Der Finaltisch war hochkarätig besetzt. Neben Pärssinen und Helppi waren unter anderem Daniel Negreanu, Sean Winter, Lou Garza, Dylan Linde und Sergio Martinez Gonzalez noch im Rennen.

Negreanu belegte am Ende Platz sieben. Der siebenfache Bracelet-Gewinner hatte zwar einen spektakulären Start am Finaltisch und verdoppelte unter anderem mit einer Straight Flush gegen Pärssinen, verlor später jedoch wichtige Chips. In Pot-Limit Omaha verpasste er schließlich seine Draws gegen Helppi und musste das Turnier verlassen.

Auch Titelverteidiger Lou Garza schied vorzeitig aus. Er landete auf Rang sechs, nachdem Helppi in einer PLO-Hand eine Straße traf und Garza aus dem Event nahm.

Platz Spieler Land Preisgeld
1 Eelis Pärssinen Finnland $1.172.296
2 Juha Helppi Finnland $781.500
3 Sean Winter USA $540.754
4 Edward Leonard USA $381.950
5 Sergio Martinez Gonzalez Spanien $275.509
6 Lou Garza USA $203.041
7 Daniel Negreanu Kanada $152.954
8 Dylan Linde USA $117.835

Historisches finnisches Heads-up gegen Juha Helppi

Das Heads-up zwischen Pärssinen und Helppi war mehr als nur ein Duell um ein Bracelet. Beide Spieler standen bei zwei WSOP-Titeln und konnten mit einem Sieg zum alleinigen Rekordhalter Finnlands werden.

Für Pärssinen hatte das Duell auch eine persönliche Bedeutung. Helppi war bereits eine feste Größe im finnischen Poker, als Pärssinen selbst mit dem Spiel begann. Dass beide nun in Las Vegas vor Rail und Familie um ein Bracelet spielten, machte den Moment noch besonderer.

Das Heads-up dauerte rund zweieinhalb Stunden. Helppi wehrte sich stark, verdoppelte mehrfach und übernahm zwischenzeitlich wieder die Führung. Doch Pärssinen blieb ruhig, gewann wichtige Pots in beiden Varianten und setzte sich schließlich durch.

Die Entscheidung fällt in Pot-Limit Omaha

Die finale Hand wurde in Pot-Limit Omaha gespielt. Pärssinen hielt Ass-König-Bube-Fünf double suited, während Helppi mit double-suited Buben all-in war.

Das Board brachte ein Ass und gab Pärssinen die entscheidende Hand. Helppi musste sich mit Platz zwei und $781.500 zufriedengeben, dem höchsten Live-Cash seiner Karriere.

Für Pärssinen war es dagegen der nächste historische Moment. Sein drittes Bracelet machte ihn zum erfolgreichsten finnischen WSOP-Spieler aller Zeiten.

Pärssinen nun im Rennen um WSOP Player of the Year

Mit seinem zweiten Bracelet-Sieg bei der WSOP 2026 rückt Pärssinen auch ins Gespräch um den Player of the Year. Neben ihm haben in diesem Sommer auch Naoya Kihara und Calvin Anderson bereits zwei Events gewonnen.

Pärssinen selbst bleibt jedoch zurückhaltend. Da er hauptsächlich PLO und No-Limit Hold’em spielt, will er nicht künstlich in andere Formate springen, nur um Punkte zu sammeln. Dennoch könnte seine starke Serie ihn automatisch in die Nähe des Rennens bringen.

Besonders interessant: Trotz des riesigen Erfolgs plante Pärssinen keine große Feier direkt nach dem Sieg. Schon am nächsten Tag stand für ihn mit der $10.000 PLO Championship eines seiner Lieblingsturniere auf dem Programm.

Starker Lauf seit seinem ersten Bracelet

Pärssinen gewann sein erstes WSOP-Bracelet vor fünf Jahren, ebenfalls in einem Event #64. Damals setzte er sich im $5.000 PLO/NLH 8-Handed durch und kassierte $545.616. Nun gewann er erneut ein Turnier mit derselben Formatmischung, diesmal jedoch auf deutlich höherem Buy-in-Level und für mehr als das Doppelte an Preisgeld.

Diese Entwicklung zeigt, wie stark sich Pärssinen in den vergangenen Jahren etabliert hat. Er begann ursprünglich im No-Limit Hold’em, fokussierte sich später stärker auf Pot-Limit Omaha und fand zuletzt wieder mehr Zugang zu No-Limit-Turnieren. Genau diese Vielseitigkeit zahlte sich im Mixed-Event aus.

Der Weg zum Titel

Der Finaltag begann mit schnellen Eliminierungen. Amit Benyacov und Dylan Weisman schieden früh aus, danach folgten Dominykas Karmazinas und Jordan Glazer. David Wang verpasste den offiziellen Finaltisch, nachdem er mit Ass-Vier gegen Helppis Ass-König verlor.

Am Finaltisch musste Yang Wang als Erster gehen. Danach erwischte es Dylan Linde auf besonders bittere Weise: Seine Könige in PLO verloren gegen Edward Leonards Damen, nachdem Leonard Quads traf.

Im weiteren Verlauf übernahm Pärssinen immer stärker die Kontrolle. Er eliminierte Sergio Martinez Gonzalez auf Platz fünf, Edward Leonard auf Platz vier und Sean Winter auf Platz drei. Winter war der letzte verbliebene Spieler aus dem $25k Fantasy Draft und verpasste erneut sein erstes Bracelet.

Finnland hat einen neuen WSOP-Rekordhalter

Mit seinem dritten Bracelet steht Eelis Pärssinen nun allein an der Spitze der finnischen WSOP-Geschichte. Der Sieg gegen Juha Helppi machte den Moment besonders symbolträchtig, denn beide Spieler hätten mit einem Erfolg denselben Rekord beanspruchen können.

Pärssinen tat es am Ende mit einer Leistung, die sein aktuelles Niveau eindrucksvoll bestätigt. Zwei Bracelets innerhalb weniger Tage, beide in High-Roller-Events, beide gegen starke Felder: Viel besser kann ein WSOP-Sommer kaum laufen.

Für Finnlands Pokerwelt ist der Triumph ein historischer Meilenstein. Für Pärssinen selbst könnte es erst der Anfang einer noch größeren WSOP-Serie sein.

JS
Redakteur

Jan Stevens ist Chefredakteur von Poker24.net und berichtet seit vielen Jahren über Live-Poker, Online-Poker, Turnierserien und Glücksspielregulierung. Sein Fokus liegt auf fundierter Einordnung, redaktioneller Transparenz und praxisnaher Analyse. Für Poker24.net verbindet er Branchenwissen, journalistische Erfahrung und klare Meinung zu aktuellen Entwicklungen der Pokerszene.