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R.I.P. Andreas Høivold: Der EPT-Dortmund-Champion ist mit 53 Jahren verstorben

Die Pokerwelt trauert um einen ihrer beliebtesten Charaktere: Andreas Høivold, EPT-Dortmund-Champion und eine der bekanntesten Pokerpersönlichkeiten Norwegens, ist am 17. Juni 2026 im Alter von nur 53 Jahren verstorben. Schon lange hatte der Norweger mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Trotz aller Rückschläge blieb er ein Mensch, der dem Leben positiv gegenüberstand — und diese Haltung auch an den Pokertischen verbreitete.

Das Wichtigste in Kürze

  • Andreas Høivold verstarb am 17. Juni 2026 mit 53 Jahren an einem Multi-Organversagen.
  • Seinen größten Erfolg feierte er 2007 mit dem EPT-Titel in Dortmund.
  • In Norwegen war er zweifacher Landesmeister (2009 und 2017) und seit 2016 Mitglied der norwegischen Poker-Hall-of-Fame.
  • Seine Live-Turniergewinne beliefen sich auf rund 1,9 Millionen Dollar.

Eine der bekanntesten Pokerpersönlichkeiten Norwegens

Andreas Høivold war in seiner Heimat Norwegen eine der bekanntesten Figuren der Pokerszene — nicht zuletzt wegen seines EPT-Titels 2007 in Dortmund. Er war im High-Stakes-Poker zu Hause, spielte die Poker Million und konnte zuletzt noch 2024 bei der Norges Mesterskapet in Bratislava eine Trophäe gewinnen. Beliebt war Høivold vor allem, weil er einfach gute Laune verbreitete — egal, ob am Pokertisch oder abseits davon.

Der EPT-Triumph von Dortmund

2007, als Poker in Deutschland gerade auf dem Höhepunkt war, schrieb Høivold seine bekannteste Geschichte. Sebastian Ruthenberg, einer der Shooting Stars jener Zeit, griff in Dortmund nach dem EPT-Titel — landete letztlich aber auf Rang drei. Den Titel holte sich Andreas Høivold, der danach bei noch mehr Events anzutreffen war. Für einige Jahre lebte er in Las Vegas, unter anderem für die Fernsehshow High Stakes Poker, zog dann aber zurück nach Norwegen.

Ein Leben voller Rückschläge — und Lebensmut

Høivolds Weg war von schweren Schicksalsschlägen geprägt. Ein Autounfall in den frühen 1990er-Jahren, den er nur knapp überlebte, hinterließ bleibende Verletzungen und chronische Schmerzen; lange Zeit war er von Schmerzmitteln abhängig. Und doch war er einer derjenigen, die dem Leben stets positiv gegenüberstanden — eine Haltung, die er auch an den Pokertischen vorlebte.

Seine Familie beschrieb ihn als jemanden, der seinen eigenen Weg ging und genau das tat, wonach ihm war. Gerade weil er selbst so viel Gegenwind erlebt hatte, verstand er, wie es ist, wenn es einem nicht gut geht — er erkannte das bei anderen und stellte sich hundertprozentig an ihre Seite. Nach seinem Tod, so berichten Angehörige, stand das Telefon nicht still: Unzählige Menschen meldeten sich, um zu erzählen, wie sehr Andreas ihnen geholfen hatte.

Bis zuletzt voller Pläne

Trotz seiner gesundheitlichen Probleme war Høivold bis zuletzt am Planen seiner nächsten (Poker-)Reise. Dazu sollte es nicht mehr kommen. Am 17. Juni 2026 erlag er einem Multi-Organversagen. Was bleibt, ist die Erinnerung an einen außergewöhnlichen Spieler und einen noch außergewöhnlicheren Menschen.

Einordnung & Analyse: Mehr als nur ein Champion

Andreas Høivolds Vermächtnis lässt sich nicht allein in Titeln und Preisgeldern messen. Erstens war sein Werdegang ein Beleg dafür, dass Poker Menschen aus den unterschiedlichsten Lebenslagen eine zweite Chance geben kann: Vom schweren Unfall und der Schmerzmittel-Abhängigkeit fand er über das Spiel zurück ins Leben und an die Spitze der europäischen Szene. Zweitens wird er vor allem als Charakter in Erinnerung bleiben, der trotz eigener Schicksalsschläge die Wärme und die Empathie nicht verlor — eine Eigenschaft, die in der oft von Egos geprägten High-Stakes-Welt selten ist.

Für die deutschsprachige Pokerszene bleibt Høivold untrennbar mit dem EPT Dortmund verbunden — einem der prägenden Momente der deutschen Poker-Hochphase. Sein Tod reißt eine Lücke, die weit über Norwegen hinausreicht. Die Anteilnahme aus aller Welt zeigt, welchen Eindruck er hinterlassen hat: nicht nur als Sieger, sondern als jemand, der für andere da war. Ruhe in Frieden, Andreas.

Glücksspiel kann süchtig machen. Teilnahme ab 18 Jahren. Spiele verantwortungsbewusst.

JS
Redakteur

Jan Stevens ist Chefredakteur von Poker24.net und berichtet seit vielen Jahren über Live-Poker, Online-Poker, Turnierserien und Glücksspielregulierung. Sein Fokus liegt auf fundierter Einordnung, redaktioneller Transparenz und praxisnaher Analyse. Für Poker24.net verbindet er Branchenwissen, journalistische Erfahrung und klare Meinung zu aktuellen Entwicklungen der Pokerszene.