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Phil Ivey jagt seinen weißen Wal: Großer Stack in der WSOP Poker Players Championship

Es ist einer der wenigen Titel, die Phil Ivey noch fehlen — und 2026 ist er nah dran: In der prestigeträchtigen $50.000 Poker Players Championship hat die Pokerlegende nach dem Platzen der Bubble einen der größten Stacks. Während Ivey lässig zwischen den Händen WM-Fußball schaute, bleibt auch Phil Hellmuth im Rennen um den einen Titel, der seiner Sammlung noch fehlt. Wir blicken auf einen Abend voller Legenden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Phil Ivey liegt nach dem Bubble-Platzen mit 2,4 Mio. Chips auf Rang fünf von 17 verbliebenen Spielern.
  • Jeder der 17 hat mindestens 100.934 Dollar sicher; dem Sieger winken 1.343.764 Dollar.
  • Ivey jagt sein zwölftes Bracelet — die PPC hat er als einen von wenigen Titeln noch nie gewonnen.
  • Auch Phil Hellmuth (875.000 Chips, Rang 14) ist im Rennen um den fehlenden Chip-Reese-Pokal.

Ivey jagt das zwölfte Bracelet

Phil Ivey, mit elf Bracelets die Nummer zwei der ewigen WSOP-Siegerliste, hat in seiner Karriere fast alles gewonnen — nur das Main Event und die Poker Players Championship fehlen. Genau das könnte sich am Donnerstag ändern, sollte er den Finaltisch erreichen. Sein letztes Bracelet holte er 2024; nun ist er nach dem Bustout von Bryce Yockey auf Platz 18 (der die Bubble platzen ließ) bestens positioniert.

„Wass, sprich mich nicht an, wenn ich Fußball schaue”

Bemerkenswert war Iveys Gelassenheit. Über die lange Abend-Session wirkte der Hall-of-Famer entspannt und verfolgte zwischen den Händen auf den großen Bildschirmen im Horseshoe und Paris die Fußball-WM. In einem Pot zwischen Paul Volpe und Bryce Yockey stand Ivey laut PokerNews die gesamte Hand über auf und schaute das Spiel Kolumbien gegen Kongo. Als Eric Wasserson ihn mit „Phil, spiel ein bisschen Poker” zur Ordnung rief, erntete dieser den berühmten Ivey-Todesblick. Kurz darauf traf Kolumbien — woraufhin Ivey trocken konterte: „Wass, sprich mich nicht an, wenn ich Fußball schaue.”

Hellmuth weiter auf der Jagd nach Nummer 18

Auch der Rekordhalter ist noch dabei: Phil Hellmuth, mit 17 Bracelets die Nummer eins der Geschichte, hatte sich rechtzeitig von COVID erholt, um an der PPC teilzunehmen. Trotz späten Einstiegs erst um die Dinner-Pause an Tag 2 verdreifachte er bis zum Abend seinen Stack. Mit 875.000 Chips liegt er zwar nur im unteren Mittelfeld, hat aber noch genug Spielmaterial für einen tiefen Lauf. Pikant: Der Chip-Reese-Memorial-Pokal der PPC fehlt Hellmuth bis heute — dafür hat er, anders als Ivey, mit dem Main-Event-Sieg 1989 den begehrtesten Titel des Pokers gewonnen.

Chip Counts — $50.000 Poker Players Championship (Tag 3)

Rang Spieler Chips
1 Benny Glaser 4.300.000
2 Paul Volpe 3.760.000
3 Kristopher Tong 3.600.000
4 Nick Guagenti 2.900.000
5 Phil Ivey 2.400.000
6 Jason Mercier 2.200.000
7 Josh Arieh 2.175.000
8 Maxx Coleman 2.150.000
9 Alex Livingston 1.475.000
10 Chris Hunichen 1.340.000
11 Chris Brewer 1.250.000
12 Jesse Lonis 1.050.000
13 Roy Thung 900.000
14 Phil Hellmuth 875.000
15 Maksim Pisarenko 600.000
16 Matt Glantz 485.000
17 Dara Taherpour 410.000

Einordnung & Analyse: Das reinste Skill-Turnier des Sommers

Die Poker Players Championship gilt vielen als der ehrlichste Test der gesamten poker­spielerischen Fähigkeiten — und genau deshalb hat dieser Lauf besonderes Gewicht. Erstens würde ein Ivey-Sieg eine der letzten echten Lücken in einer ohnehin legendären Vita schließen; der 50k-Mix gegen ein derart hochkarätiges Feld ist schwerer zu gewinnen als fast jeder andere Titel. Zweitens sagt die Iveys Gelassenheit viel über seine Klasse aus: Wer in einem Millionen-Turnier entspannt genug ist, nebenbei WM zu schauen, demonstriert eine mentale Souveränität, die im Mixed-Game-Format Gold wert ist.

Spannend ist die Konstellation an der Spitze: Mit Benny Glaser (Chipleader) steht ein ausgewiesener Mixed-Game-Spezialist ganz oben, dahinter lauern erfahrene Allrounder wie Paul Volpe und Jason Mercier. Für Fans des klassischen, technisch anspruchsvollen Pokers verspricht der Finaltisch am Donnerstag ein Highlight des Sommers zu werden. Sollten Ivey und Hellmuth beide tief laufen, wäre das Duell der beiden meistdekorierten Spieler der WSOP-Geschichte die Krönung. Wir halten Sie über den Ausgang auf dem Laufenden.

Glücksspiel kann süchtig machen. Teilnahme ab 18 Jahren. Spiele verantwortungsbewusst.

JS
Redakteur

Jan Stevens ist Chefredakteur von Poker24.net und berichtet seit vielen Jahren über Live-Poker, Online-Poker, Turnierserien und Glücksspielregulierung. Sein Fokus liegt auf fundierter Einordnung, redaktioneller Transparenz und praxisnaher Analyse. Für Poker24.net verbindet er Branchenwissen, journalistische Erfahrung und klare Meinung zu aktuellen Entwicklungen der Pokerszene.