News

Voller Lauf zum ersten Bracelet: Alex Anton gewinnt das $10.000 Mystery Bounty für 678.300 Dollar

Mit einer beeindruckenden Machtdemonstration am Finaltisch hat sich Alex Anton aus Miami sein erstes WSOP-Bracelet gesichert. Im $10.000 No-Limit Hold’em Mystery Bounty traf der Profi auf der entscheidenden Strecke ein Full House nach dem anderen, bezwang im Heads-Up den Franzosen Julien Sitbon und kassierte 678.300 Dollar. Wir blicken auf einen dominanten Siegeszug — und auf die kuriosen Bounty-Glücksgriffe des Turniers.

Das Wichtigste in Kürze

  • Alex Anton gewinnt das $10.000 Mystery Bounty, holt sein erstes Bracelet und 678.300 Dollar.
  • Im Heads-Up bezwang er Julien Sitbon (Frankreich), der mit 452.200 Dollar seinen Karriere-Bestwert erzielte.
  • 558 Teilnehmer erzeugten einen Hauptpreispool von 3.515.400 Dollar plus über 1,6 Mio. an Bounties.
  • Großer Bounty-Gewinner: Gregor Sverko zog trotz Platz 7 ein 250.000-Dollar-Kopfgeld.

$10.000 Mystery Bounty — Final Table

Platz Spieler Preisgeld POY-Punkte
1 Alex Anton $678.300 2.100
2 Julien Sitbon $452.200 1.750
3 Joshua Reichard $313.400 1.400
4 Champie Douglas $220.950 1.050
5 Jovan Kenjic $158.500 875
6 Jakob Miegel $115.750 700
7 Gregor Sverko $86.070 525
8 Vadzim Lipauka $65.190 350

Antons Siegformel: Full House am Fließband

Anton ging als Chipleader in den Finaltag und legte sofort nach. Den entscheidenden Wendepunkt setzte er gegen Josh Reichard: Nach einem Overbet am River eines A♠7♠5♥5♦7♦-Boards callte Reichard mit blankem Ass — und Anton zeigte 8♣5♣ für das Full House. Von da an war er kaum zu stoppen:

  • Quad Kings: Mit Pocket Kings schlug Anton Jovan Kenjics A♠J♦ und eliminierte ihn auf Platz fünf (158.500 $).
  • Erneut Full House: Reichard ging schließlich mit J♣10♣ gegen Antons Pocket Sevens All-in — Anton traf am Turn ein unschlagbares Full House und schickte ihn auf Platz drei (313.400 $).
  • Nut-Straight im Heads-Up: Auf einem A♥5♦4♠3♦-Board pushte Sitbon, Anton hatte mit 7♥6♥ die Nut-Straight gedreht. Sitbons Pocket Tens waren drawing dead — Anton war Champion.

Die Mystery Bounties: Sverkos großer Coup

Das Mystery-Bounty-Format sorgte für eigene Storylines. Insgesamt waren über 1,6 Millionen Dollar an Kopfgeldern im Umlauf. Den dicksten Brocken zog ausgerechnet ein Spieler, der es nicht aufs Podium schaffte: Gregor Sverko sicherte sich neben seinen 86.070 Dollar für Platz sieben ein 250.000-Dollar-Bounty und vervielfachte damit seinen Zahltag. Auch Josh Reichard, der 17-fache Circuit-Sieger, zog zusätzlich zu seinem dritten Platz eines von fünf 100.000-Dollar-Kopfgeldern.

Prominenz verpasst den Finaltisch

  • Adrian Mateos, frisch gekrönter Sechsfach-Champion und Topverdiener der Serie, schied auf Platz 15 aus (31.750 $).
  • Paul Volpe (3-faches Bracelet) wurde 16. (25.980 $).
  • Ren Lin verpasste als 13. ebenfalls den Finaltisch.

Einordnung & Analyse: Mehr als nur ein Glückslauf

Antons Siegzug wirkte phasenweise wie ein einziger Run-Good — doch das greift zu kurz. Erstens verschaffte ihm die frühe Chipführung den nötigen Spielraum, um aggressiv Druck aufzubauen und Gegner in schwierige Spots zu zwingen; die Full Houses kamen nicht im Vakuum, sondern als Belohnung für konsequent forciertes Tempo. Zweitens zeigt das Mystery-Bounty-Format einmal mehr seinen besonderen Reiz: Wenn ein Siebtplatzierter wie Sverko durch ein 250.000-Dollar-Kopfgeld zu einem der größten Gewinner wird, entkoppelt das den finanziellen Erfolg vom reinen Turnierergebnis — ein Spannungselement, das Zuschauer und Spieler gleichermaßen liebt.

Für Anton hat der Sieg Signalwirkung: 2.100 POY-Punkte katapultieren ihn auf Rang 19 des Player-of-the-Year-Rennens, dazu sammelte er wertvolle PGT-Punkte Richtung PokerGO-Tour-Championship. Aus europäischer Sicht bleibt der starke Auftritt von Julien Sitbon hängen — der Franzose verpasste zwar erneut sein zweites Bracelet, untermauerte mit dem Karriere-Bestwert aber seine Klasse. Ein deutscher Name fehlte am Finaltisch knapp; die Tiefe der Felder zeigt jedoch, dass die nächste Chance nicht weit ist.

Glücksspiel kann süchtig machen. Teilnahme ab 18 Jahren. Spiele verantwortungsbewusst.

JS
Redakteur

Jan Stevens ist Chefredakteur von Poker24.net und berichtet seit vielen Jahren über Live-Poker, Online-Poker, Turnierserien und Glücksspielregulierung. Sein Fokus liegt auf fundierter Einordnung, redaktioneller Transparenz und praxisnaher Analyse. Für Poker24.net verbindet er Branchenwissen, journalistische Erfahrung und klare Meinung zu aktuellen Entwicklungen der Pokerszene.