Es sollte einfach nicht sein: Shaun Deeb dominierte den $3.000 Nine-Game Mix über weite Strecken, stand kurz vor seinem neunten Bracelet — und verlor doch. In einem über dreistündigen Heads-Up-Krimi, in dem die Führung sieben Mal wechselte, behielt am Ende Joey Couden die Oberhand. Für Deeb ist es bereits die dritte Runner-up-Platzierung dieses Jahres. Wir erzählen den Verlauf eines packenden Finals.
Das Wichtigste in Kürze
- Joey Couden gewinnt den $3.000 Nine-Game Mix, kassiert 254.470 Dollar und sein drittes Bracelet.
- Shaun Deeb wird Zweiter — bereits seine dritte Runner-up-Platzierung 2026.
- Ein Rekordfeld von 472 Spielern erzeugte einen Preispool von 1.260.240 Dollar.
- Deeb hat nun 10 WSOP-Zweitplatzierungen — der dritthöchste Wert aller Zeiten.
Deeb dominiert — bis zum Heads-Up
Lange sah alles nach einem Deeb-Triumph aus. Im größten Teilnehmerfeld in der Geschichte des Events führte er nach zwei Tagen klar, und auch am Finaltisch baute er seinen Stack systematisch aus. Reihenweise schickte er Gegner nach Hause: Noah Bronstein (7., 28.390 $) mit einem getroffenen Buben-Set in Pot-Limit Omaha, Antonios Onoufriou (6., 38.560 $) im Deuce-to-Seven Triple Draw, Yu Li (5., 53.680 $) im Seven Card Stud und Kazuhiro Shirasawa (3., 111.610 $) im No-Limit Single Draw. Zwischenzeitlich lag Deeb im Heads-Up über 4:1 vorn.
$3.000 Nine-Game Mix — Final Table
| Platz | Spieler | Preisgeld | POY-Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Joseph Couden | $254.470 | 1.080 |
| 2 | Shaun Deeb | $166.540 | 900 |
| 3 | Kazuhiro Shirasawa | $111.610 | 720 |
| 4 | Thomas Taylor | $76.510 | 540 |
| 5 | Yu Li | $53.680 | 450 |
| 6 | Antonios Onoufriou | $38.560 | 360 |
| 7 | Noah Bronstein | $28.390 | 270 |
Hinweis: Die Quelle weist Deebs Preisgeld an zwei Stellen unterschiedlich aus (166.540 $ in der Ergebnistabelle). Vor Veröffentlichung kurz gegenprüfen.
Der Heads-Up-Krimi
Was folgte, war großes Mixed-Game-Drama. Eine getroffene Straße im Omaha Eight-or-Better und ein Full House im PLO drehten das Match: Plötzlich lag Couden erstmals vorn und baute auf 2:1 aus. Doch Deeb schlug zurück, witterte am River im Triple Draw korrekt Coudens Paar und holte sich die Führung zurück. Über drei Stunden wechselte die Führung noch sechs weitere Male, ehe Couden den entscheidenden Lauf hinlegte.
Auf der letzten Hand ging Deeb in Razz auf Sixth Street All-in — mit einer fertigen 8-7-3-2-A-Low. Couden zog auf ein Wheel und fing auf der letzten Karte eine Sechs zur 6-5-4-2-A-Low. Damit war Deebs Traum vom neunten Bracelet erneut geplatzt.
Prominente Namen verpassen den Finaltisch
- Jeff Madsen, frisch gebackener Fünffach-Bracelet-Gewinner, schied auf Platz 14 aus.
- David Williams startete Tag 3 als Zweiter, kam aber nur auf Rang 17.
- Knapp am Finaltisch vorbei: Allan Le (11.), der fünffache Bracelet-Gewinner Mike Gorodinsky (9.) und Hall-of-Famer Eli Elezra (8.).
Einordnung & Analyse: Der ewige Zweite — und ein verdienter Sieger
Deebs Geschichte hat etwas Tragisches. Erstens rückt er mit nun zehn WSOP-Zweitplatzierungen auf den dritten Rang der ewigen Runner-up-Liste vor — hinter Phil Hellmuth (14) und Daniel Negreanu (11). Zum Vergleich: Spieler mit mehr Bracelets als Deeb, etwa Erik Seidel, haben oft deutlich weniger zweite Plätze. Das zeigt, wie regelmäßig Deeb tief läuft, ohne den letzten Schritt zu machen. Zweitens bleibt festzuhalten, dass genau diese Konstanz ihn 2025 zum zweifachen Player of the Year machte — die Zweitplatzierungen sind also kein Makel, sondern Ausdruck außergewöhnlicher Beständigkeit.
Für Couden wiederum ist der Sieg ein starkes Statement: Sein drittes Bracelet, der erste qualifizierende POY-Score 2026 und ein Triumph gegen einen der besten Mixed-Game-Spieler der Welt. Dass er das über sieben Führungswechsel im Heads-Up schaffte, unterstreicht die Nervenstärke, die im Mixed-Game-Format gefragt ist. Für Fans dieser Disziplin war es eines der sehenswertesten Duelle des bisherigen Sommers.
Glücksspiel kann süchtig machen. Teilnahme ab 18 Jahren. Spiele verantwortungsbewusst.

