Österreich ist eine Pokernation, die weit über ihre Größe hinauswächst. Wien hat sich in den letzten Jahren zum inoffiziellen Zentrum der europäischen High-Roller-Szene entwickelt — nicht zufällig, sondern weil dort ein dichtes Netzwerk aus Top-Spielern entstanden ist, die sich gegenseitig pushen. Das Ergebnis: Österreicher dominieren regelmäßig die DACH-Wertungen und platzieren sich beständig unter den besten Spielern der Welt.
Matthias Eibinger: Österreichs unangefochtene Nummer eins

Mit über 26,8 Millionen US-Dollar an Live-Turnierpreisgeldern ist Matthias Eibinger der erfolgreichste österreichische Pokerspieler und eine der konstantesten Größen in der globalen High-Roller-Szene. Der 1993 geborene Steirer aus Seiersberg entdeckte Poker nach einem Las-Vegas-Urlaub mit 15 Jahren, studierte das Spiel mit theoretischer Akribie und startete 2011 online.
Sein Live-Durchbruch kam 2018 in Barcelona und Prag — binnen weniger Monate gewann er mehrere EPT-High-Roller-Events. Den Höhepunkt seiner Karriere erreichte er im Oktober 2023 beim Triton Main Event in Monte-Carlo. Eibinger lag im Heads-up gegen Adrian Mateos zeitweise mit einem 9:1-Chipdefizit zurück und kämpfte sich in einem der dramatischsten Finales der Triton-Geschichte zurück, um schlussendlich 3.461.261 US-Dollar zu kassieren — sein bis dahin größter Cash. Im Dezember 2025 fügte er seinem Palmares noch ein WSOP-Bracelet hinzu.
Gemeinsam mit Fedor Holz gründete er 2019 Pokercode.com — eines der renommiertesten Pokerkurs-Angebote im deutschsprachigen Raum.
Klemens Roiter: Der Mann der Stunde

Klemens Roiter ist derzeit der aktivste und erfolgreichste österreichische Spieler im Tournier-Zirkus. Im GPI Player of the Year Ranking 2025 sammelte Roiter 3.997 Punkte — das bedeutete Platz 2 in Europa und Rang 8 weltweit. Mit über 7,3 Millionen US-Dollar an Preisgeldern allein in 2025 war er einer der herausragenden Spieler des Jahres überhaupt.
Roiter gewann 2025 seinen ersten WSOP-Titel in Las Vegas und setzte anschließend bei der Onyx High Roller Series und weiteren High-Stakes-Events weitere Ausrufezeichen. Er ist kein Blender, sondern ein Spieler, der Schlag für Schlag liefert — und das inzwischen mit einer Regelmäßigkeit, die ihn zur festen Größe in der Weltspitze macht.
Daniel Rezaei: Konstanz auf höchstem Niveau

Daniel Rezaei ist einer der konstantesten österreichischen Spieler auf der internationalen Tour. Im GPI 2025 landete er auf Platz 2 der österreichischen POY-Wertung mit 3.978 Punkten und über 6,2 Millionen US-Dollar an Preisgeldern — Zahlen, die zeigen, dass er über das gesamte Jahr hinweg konstant performt und nicht auf einen einzigen Mega-Cash angewiesen ist. Rezaei steht für einen fokussierten, kampforientierten Spielstil, der ihn in High-Roller-Feldern regelmäßig tief bringt.
Thomas Mühlöcker: Der langjährige Platzhirsch
Bevor Eibinger die österreichische Geldrangliste übernahm, war Thomas Mühlöcker über viele Jahre Österreichs Nummer eins. Mit über 8 Millionen US-Dollar an Live-Preisgeldern zählt er zu den erfahrensten österreichischen Profis — bei EPT, WSOP und Triton regelmäßig vertreten, mit einem aggressiven und unberechenbaren Spielstil, der ihn in High-Roller-Feldern gefürchtet macht.
Stefan Lehner: Bracelet-Gewinner und Jessica Teusls Partner
Stefan Lehner gewann 2022 ein WSOP-Bracelet und zählt seitdem zu den bekanntesten österreichischen Turnierspielern. Online spielt er auf GGPoker unter dem Nickname C3H5N3O6 — eine chemische Formel, die für sich selbst spricht. Privat ist er mit der österreichischen Pokerspielerin Jessica Teusl liiert, die ihrerseits zu den erfolgreichsten Spielerinnen des Landes zählt.
Samuel Mullur: Der aufsteigende Stern
Samuel Mullur ist einer der Namen, die man sich für die nächsten Jahre merken sollte. Im Jahr 2025 erspielte er über 6,3 Millionen US-Dollar und landete auf Platz 31 der globalen Jahreswertung — für einen Spieler, der noch nicht zu den ganz etablierten Namen zählt, ein beeindruckender Beleg für aufsteigendes Niveau.
Armin Rezaei: Der verlässliche Finalist
Armin Rezaei ist kein Spieler, der für einen singulären Mega-Cash bekannt ist — er ist bekannt für seine Verlässlichkeit. Regelmäßig vertreten bei EPT, WSOP und anderen großen Serien, zählt er zu den österreichischen Spielern, die konstant tief ins Geld laufen. Bei der EPT Malta 2025 war er einer der letzten DACH-Vertreter am High-Roller-Finaltisch.
Jessica Teusl: Österreichs stärkste Spielerin
Jessica Teusl ist die erfolgreichste österreichische Pokerspielerin und eine der sichtbarsten Frauen in der europäischen High-Stakes-Szene. Regelmäßig in EPT- und WSOP-Feldern vertreten, zählt sie zu jenen Spielerinnen, die zeigen, dass Frauen im High-Roller-Bereich mehr als konkurrenzfähig sind — und das nicht als Ausnahme, sondern als Regel.
Was Österreich als Pokernation auszeichnet, ist die Dichte. Es geht nicht nur um einen oder zwei Ausnahmespieler — es ist ein Ökosystem, das Wien als Heimatbasis nutzt und das sich gegenseitig antreibt. Das Ergebnis ist eine Szene, die ihre Größe weit übertrifft.

