Der ehemalige Anwalt Tom Goldstein steht derzeit im Mittelpunkt eines aufsehenerregenden Steuerverfahrens in den USA. Ihm wird vorgeworfen, Millionengewinne aus internationalen Pokerspielen nicht korrekt versteuert zu haben. Der Fall, der sich über mehrere Jahre erstreckt, sorgt sowohl in juristischen als auch in wirtschaftlichen Kreisen für großes Aufsehen.
Im Zentrum der Ermittlungen steht Goldsteins Einreise aus Hongkong im Oktober 2018: Damals führte er rund eine Million US-Dollar in bar mit sich. Zunächst deklarierte er das Geld als Pokergewinne, später jedoch gegenüber den Steuerbehörden als angebliches Darlehen – ein Widerspruch, der nun eine zentrale Rolle im Verfahren spielt.
Gericht lehnt Antrag der Verteidigung ab
Ein Bundesrichter am United States District Court wies kürzlich Goldsteins Antrag zurück, bestimmte Aussagen aus dem Ermittlungsverfahren von der Beweisführung auszuschließen. Goldstein hatte argumentiert, dass seine Rechte während einer Befragung durch Sicherheitsbeamte verletzt worden seien.
Das Gericht entschied jedoch, dass der Angeklagte nicht in Gewahrsam gewesen sei und daher keine Pflicht zur Belehrung über seine Rechte bestand. Diese Entscheidung gilt als erster signifikanter Rückschlag für die Verteidigung, da die umstrittenen Aussagen nun Teil der Beweisaufnahme bleiben.
“Die Befragung erfolgte in einem offenen, nicht restriktiven Umfeld. Eine Beschränkung der persönlichen Freiheit lag nicht vor,”
heißt es in der Urteilsbegründung von Richterin Lydia Kay Griggsby.
Weitere Anträge scheitern – Vorwürfe bleiben bestehen
Neben dem Antrag auf Beweisausschluss wies Richterin Griggsby auch mehrere andere Verteidigungsanträge ab. Darunter befand sich der Versuch, einzelne Anklagepunkte wegen angeblich abgelaufener Verjährungsfristen fallen zu lassen. Das Gericht stellte klar, dass eine Verjährungseinrede erst im Hauptverfahren geprüft werden könne.
Damit bleibt die Anklage in vollem Umfang bestehen. Besonders brisant: Laut den Ermittlungsakten soll Goldstein versucht haben, eine leitende Mitarbeiterin seiner Kanzlei zu beeinflussen, um sie von einer Kooperation mit den Steuerbehörden abzuhalten.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bot Goldstein der Zeugin 10.000 US-Dollar in bar sowie die Rückzahlung ihrer Studienkredite in Kryptowährung an. Der Angeklagte weist diese Darstellung entschieden zurück und bezeichnet die Aussagen als “frei erfunden”.
Neue Anklageschrift bestätigt Verdacht der Steuerhinterziehung
Bereits zwei Monate zuvor hatte eine Grand Jury in Maryland eine erweiterte Anklageschrift vorgelegt. Sie enthielt zwar keine neuen Anklagepunkte, brachte jedoch zusätzliche Details zu den Finanztransaktionen und mutmaßlichen Verschleierungsversuchen ans Licht.
Am 7. Oktober 2025 erschien Goldstein vor Gericht und plädierte erneut auf “nicht schuldig”. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Pokergewinne in Höhe von mehreren Millionen US-Dollar über Jahre hinweg nicht in seinen Steuererklärungen angegeben zu haben.
Nach Schätzungen der Ermittler soll Goldstein in exklusiven, nicht registrierten Pokerrunden – sogenannten “High-Stakes Private Games” – Gewinne von über 50 Millionen US-Dollar erzielt haben.
Prozessbeginn und Zuständigkeit
| Gericht | Ort | Prozessbeginn |
|---|---|---|
| United States District Court | Maryland, Southern Division | 13. Januar 2026 |
Der Prozess wird in der Southern Division von Maryland verhandelt. Beobachter rechnen mit einem mehrwöchigen Verfahren, da sowohl die Steuerdokumente als auch internationale Finanzströme umfassend geprüft werden müssen.
Bedeutung der Entscheidung für die Verteidigung
Die jüngste Entscheidung des Gerichts markiert eine klare Niederlage für Goldsteins Anwaltsteam. Der Versuch, Beweise und Anklagepunkte vor dem Prozess zu entkräften, ist gescheitert – ein Umstand, der die Position der Anklage stärkt.
Mit dem bevorstehenden Prozessbeginn im Januar 2026 wird nun erstmals die gesamte Beweislage öffentlich verhandelt. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen Goldstein neben hohen Geldstrafen auch mehrjährige Haftstrafen wegen Steuerhinterziehung, Falschaussage und versuchter Zeugenbeeinflussung.
Früher Rückschlag in einem komplexen Verfahren
Der Fall Tom Goldstein zeigt exemplarisch, wie kompliziert die strafrechtliche Aufarbeitung internationaler Geldtransfers und Glücksspielgewinne sein kann. Die abgelehnten Anträge und der weiterhin bestehende Hauptanklagepunkt verdeutlichen, dass die US-Justiz entschlossen ist, das Verfahren konsequent fortzuführen.
Während die Verteidigung den Prozess als Angriff auf Goldsteins Reputation darstellt, sehen Ermittler und Steuerbehörden darin ein Signal für mehr Transparenz und Kontrolle im Umgang mit internationalen Spielgewinnen.
Der Prozessbeginn im Januar 2026 wird zeigen, ob der ehemalige Anwalt seine Unschuld beweisen kann – oder ob er zum nächsten prominenten Beispiel für die juristischen Risiken grenzüberschreitender Finanzgeschäfte wird.
