Die Pot Odds kennen und nutzen

poker setzen

Pot Odds sind beim Poker ein wichtiges Werkzeug. Wenn du gegen gute Pokerspieler antrittst, musst du in jeder Situation deine Pot Odds kennen, denn ansonsten hast du keine Chance, langfristig erfolgreich zu sein. In einer starken Pokerrunde kennen alle Spieler ihre Pot Odds, so dass du einen erheblichen Nachteil hast, wenn du dich mit dieser wichtigen Pokermaterie nicht auskennst. Spielst du gegen blutige Anfänger oder gegen Freizeitspieler, die nur nach Gefühl entscheiden, bringt dir die detaillierte Kenntnis der Pot Odds einen erheblichen Vorteil.

 

Kurz gesagt: Wenn du beim Poker gewinnen willst, musst du dich möglichst gut mit Pot Odds auskennen.

 

Mit Pot Odds bessere Entscheidungen treffen

Worum geht es eigentlich beim Pokern? Du möchtest gewinnen und zwar möglichst viel! Das erreichst du, wenn du möglichst oft die richtige Entscheidung triffst. Da du aber nie genau weiß, welche Karten deine Gegner haben, bist du in vielen Situationen darauf angewiesen, eine Entscheidung auf der Basis von Statistik zu treffen. Die Pot Odds helfen dir dabei zu entscheiden, ob es sich lohnt, einen bestimmten Einsatz zu machen oder ob es besser ist zu passen. Entscheidend ist dabei nicht, dass du in der aktuellen Situation gewinnst. Beim Poker zählt der langfristige Erfolg. Die Pot Odds verraten dir, ob du auf lange Sicht mit einer Entscheidung Gewinn machst.

 

Bevor das Ganze zu theoretisch wird, wenden wir uns einem praktischen Beispiel zu:

Du spielst nur noch gegen einen einzigen Spieler. Im Pot sind genau 100 Euro. Du bist an der Reihe und musst einen Einsatz von 40 Euro bringen, um im Showdown zu ermitteln, ob du ein besseres Blatt als dein Gegner hast. Der Gesamtpot nach dem Einsatz beträgt 140 Euro. Du musst also 40 Euro investieren, um einen Chance auf einen Gesamtgewinn von 140 Euro zu haben. Das entspricht einem Prozentsatz von 28,57 Prozent.

 

Nehmen wir nun einmal an, du hast ein Blatt, mit dem du bei jedem dritten Spiel gewinnst. Dann ergibt sich folgender

 

(theoretischer) Ablauf, wenn du die 40 Euro setzt:

  1. Spiel: Du setzt 40 Euro und verlierst 40 Euro.
  2. Spiel: Du setzt 40 Euro und verlierst 40 Euro.
  3. Spiel: Du setzt 40 Euro und gewinnst 140 Euro.

 

Bei einem Einsatz von 120 Euro hast du einen Gewinn von 140 Euro erzielt, so dass am Ende genau 20 Euro übrig bleiben, obwohl deine Gewinnchancen in jeder Partie nur bei 33 Prozent lagen.

 

Wie ist das möglich?

Der entscheidende Ansatz ist, dass du nicht nur das Geld betrachten darfst, dass du einsetzt, sondern auch das Geld, das im Pot ist. Zwar hast du bei jedem einzelnen Spiel eine schlechtere Chance als dein Gegner (33,3 Prozent zu 66,6 Prozent), aber das ist alleine gar nicht entscheidend, denn du hast die Chance auf einen großen Gesamtgewinn.

 

REGEL 1: Wenn beim Call die Gewinnwahrscheinlichkeit größer ist als die Pot Odds, solltest du mitgehen!

 

Meist wird auch empfohlen mitzugehen, wenn die Gewinnwahrscheinlichkeit genauso groß ist wie die Pot Odds. Das ist mathematisch zwar korrekt, aber letztlich handelt sich dabei bestenfalls um ein Nullsummenspiel, das insbesondere bei Entscheidungen auf dem Flop und dem River auch zu einem Verlustgeschäft werden kann.

 

Selbst wenn du die benötigte Karte bekommen solltest, kann es passieren, dass dein Gegner ein noch besseres Blatt bekommt. Die Chance ist vielleicht klein, aber statistisch gesehen bist du bei Odds = Pot Odds meist knapp im Nachteil.

 

Du musst die Odds kennen, um die Pot Odds nutzen zu können

 

Die Odds (Gewinnwahrscheinlichkeiten) sind die Basis für die Anwendung der Pot Odds. Die Pot Odds kannst du nur dann richtig bewerten, wenn du deine Odds kennst. Auch das lässt sich an einem klassischen Beispiel sehr gut verdeutlichen:

 

Du hast ein 10er-Paar in der Hand, aber der Flop enthält ein Ass. Du gehst davon aus, dass dein Gegner ein Ass in der Hand hat und musst deswegen eine dritte 10 finden, um das Spiel zu gewinnen. Den Turn siehst du (Fehler deines Gegners!) ohne zusätzlichen Einsatz, aber dann setzt dein Gegner 50 Euro. Der Pot hat vorher bereits eine Größe von 50 Euro. Für dich stellt sich nun die Frage, ob du in den 100-Euro-Pot 50 Euro einzahlen solltest, um den River zu sehen.

 

Zunächst müssen wir dazu ermitteln, wie groß die Chance ist, dass auf dem River eine 10 kommt. Im Kartendeck sind maximal noch 2 Karten, die aus dem Paar einen Drilling machen (eventuell hält auch dein Gegner eine 10). Nach einer einfacher Faustregel (2 x Outs + 1) kannst du berechnen, dass die Chance auf eine 10 bei ca. 5 Prozent liegt. Deine Pot Odds betragen aber 50 (Einsatz) zu 150 (Gesamtpot) oder 33,3 Prozent.

 

Der (theoretische) Ablauf wäre auf lange Sicht folgendermaßen:

 

  • Spiel: Du setzt 50 Euro und verlierst 50 Euro.
  • Spiel: Du setzt 50 Euro und verlierst 50 Euro.
  • Spiel: Du setzt 50 Euro und verlierst 50 Euro.
  • Spiel…
  • .
  • .
  • .
  • Spiel: Du setzt 50 Euro und gewinnst 150 Euro.

 

Unter dem Strich gewinnst du von 20 Spielen nur eines. Bei einem Gesamteinsatz von 1000 Euro entsteht ein Gewinn von 150 Euro. Unter dem Strich verlierst du demnach 850 Euro. Du solltest also unbedingt passen!

 

REGEL 2: Wenn die Gewinnwahrscheinlichkeit kleiner ist als die Pot Odds, solltest du passen!

 

Pot Odds sind ein sehr komplexes Themengebiet

Die beiden Regeln, die wir in diesem Artikel erarbeitet haben, funktionieren hervorragend, aber sie betreffen nur die klassische Call-Situation. Wenn das zweite Beispiel auf dem Turn stattfindet, musst du auch noch die folgende Situation auf dem River ins Kalkül einbeziehen.

 

Für diesen Zweck gibt es das Konzept der Implied Pot Odds, bei dem die wahrscheinliche Größe des Pots ins Kalkül einbezogen wird. Ein anderes wichtiges Konzept sind die Reverse Implied Odds, bei denen du ermittelst, wie groß die Chance ist, dass dein Gegner gewinnt, obwohl du das gewünschte Out bekommst.

 

Pot Odds verstehen, anwenden und hinterfragen

Pot Odds alleine machen noch keinen guten Pokerspieler aus, aber da das Spielniveau aufgrund des Internetbooms in den letzten Jahren massiv angestiegen ist (im Netz und in Casinos), sind Pokerspieler, die sich nicht mit Pot Odds auskennen, dazu auserkoren, die Rolle der Fische am Pokertisch zu spielen. Wenn du kein Fisch sein möchtest, musst du dich umfassend mit Pot Odds befassen. Dieser Artikel ist nur ein Einstieg ins Thema. Viele weitere Artikel, in denen alle wichtigen Details dieses faszinierenden Konzepts vorgestellt werden, folgen in naher Zukunft, denn wir wollen dich zu einem besseren Pokerspieler machen.

 

 

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